Russe gibt Stadthaus ab

Erstellt am 28. August 2012 | 00:00
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Web-Artikel 6131
Foto: NOEN
KROPFHAUS / Immobilienmakler Ferdinand Lindner erwirbt das Kropfhaus am Oberen Stadtplatz von Investor Pavel Volkov.

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VON ANDREAS KÖSSL

WAIDHOFEN / Der Verkauf des Kropfhauses am Oberen Stadtplatz sorgte vergangenen Sommer für politischen Zündstoff in Waidhofen. Nach einer hitzig geführten Debatte wurde der Verkauf des stadteigenen Gebäudes um 250.000 Euro an den russischen Investor Pavel Volkov in einem eigens einberufenen Sondergemeinderat lediglich mit den Stimmen von WVP und Grünen beschlossen.

Volkov wollte das Gebäude, in dem sich bis dahin das Traditionswirtshaus „Zum Goldenen Ochsen“ befunden hatte, für Geschäfte, Büros und Wohnungen nutzen. Nun gibt der russische Investor das Gebäude wieder ab. Der Waidhofner Immobilienmakler Ferdinand Lindner wird das Kropfhaus mit seiner Domizil Bauträger GmbH, einer 100-Prozent-Tochter der Firma Lindner, erwerben. Im Gegenzug kauft Volkov in Scheibbs das Hotel Hofmacher von Lindner, welches der Russe zu einem modernen Viersternhotel umbauen möchte. Volkov betreibt bereits ein Hotel in Lackenhof.

Scheibbser Hotel gegen  Waidhofner Stadthaus

„Herr Volkov hat sein Interesse am Scheibbser Hotel bekundet und mich gefragt, ob ich im Gegenzug nicht Interesse am Kropfhaus hätte“, so Lindner und gibt an, schon vor einem Jahr Interesse daran gehabt, jedoch kein Angebot gelegt zu haben.

Das Gebäude wurde im 13./14. Jahrhundert errichtet und im Jahre 1870 umgestaltet. „Meine Mutter hat in dem Gebäude ein Gasthaus betrieben. Ich habe dort meine Kindheit und Jugend verbracht“, erläutert Lindner seine ganz persönliche Beziehung zum Kropfhaus. Rechtskräftig ist der Deal zwischen Lindner und Volkov noch nicht, da die Genehmigung durch die Ausländergrundverkehrskommission beim Hotelkauf in Scheibbs noch aussteht. Laut Auskunft des Landes NÖ stehe dem aber nichts im Wege, so Lindner, der mit einer Abwicklung des Kaufs innerhalb der nächsten vierzehn Tage rechnet. Sobald der Hotelkauf in Scheibbs rechtskräftig ist, übernimmt Lindner das Kropfhaus.

Was genau mit dem Gebäude und seinen rund 600 m? Nutzfläche passiert, kann Lindner noch nicht sagen. „Diese Entscheidung hängt vom Kundenbedarf ab.“ Eine Nutzung für Büro- und Geschäftsräumlichkeiten sei dabei ebenso möglich wie für Wohnungen. Eine Entscheidung soll im nächsten halben Jahr fallen, damit kommendes Frühjahr mit dem Umbau begonnen werden könne. Die Revitalisierung des Gebäudes stelle aber auf alle Fälle einen wesentlichen Beitrag zur Belebung der Waidhofner Innenstadt dar, ist Lindner überzeugt.