Samuel Beckett statt Shakespeare

Erstellt am 13. November 2012 | 00:00
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Premiere / Die Volksbühne überraschte: Statt des Bauernstücks lieferte sie absurdes Theater.
Von Leo Lugmayr

WAIDHOFEN / Aber das darf doch nicht wahr sein: Die Volksbühne lädt zu „Shakespeare auf Mostviertlerisch“ und bringt eine Collage von Texten, die von den Schauspielern selbst verfasst und auf sich gemünzt wurden. Wären da nicht die Nachtigall und die Lerche und dort und da tollpatschiger Gefühlsdusel wie im Sommernachtstraum, und wären da nicht diese dümmlich vertrackten Charaktere im Trachtenjanker aus den Bauernstücken, man wähnte sich im falschen Stück. Nein, es ist „Dea widaspenstigen Zäähmung“, und was gezähmt wird, das sind die Schauspieler selbst, in all ihrer Sperrigkeit.

Tempo und Bühnenbild könnten aus einem Stück von Samuel Beckett stammen, die einsilbige Sprache auch; eine beklemmende Atmosphäre von Sinnleere, Überdruss und Aussichtslosigkeit. Alles ist herrlich skurril und unterhält. Die Schauspieler haben mit Christian Suchy wirklich Neues gewagt. Das Stück unterhält auch dann, wenn man in ein Bauernstück la Löwingerbühne gekommen ist. Beachtlich!