48.000 Euro bei Verzug

Erstellt am 30. Juli 2015 | 05:41
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Foto: NOEN, Andreas Kössl
Stadt Waidhofen ermittelt noch Ursachen der Verzögerung bei Stegerrichtung. Neues Fertigstelldatum ist 20. Oktober. Durch Pönale ist man finanziell gut abgesichert.

Noch keine weiteren Informationen hat man seitens der Stadt Waidhofen darüber, was nun die tatsächliche Ursache für die Verzögerung bei der Neuerrichtung des Schlossstegs ist.

Wie berichtet, hätte die neue Brückenkonstruktion vergangene Woche angeliefert werden und bis spätestens 19. September fertiggestellt werden sollen. Die mit der Herstellung und Errichtung des neuen Schlossstegs betraute GLS Bau und Montage GmbH teilte der Stadt jedoch kurzfristig in einem Schreiben mit, dass der neue Steg erst zwei Wochen später, am Mittwoch, 5. August, angeliefert werden könne. Sie nannte die Kavernensanierung unterhalb des Schlossstegs, die aus Synergiegründen vor rund einem Monat gleichzeitig mit der Baustelleneinrichtung für den Steg ebenfalls von GLS Bau begonnen wurde, als Ursache für die Verzögerung. Als neues Fertigstellungsdatum wurde der 20. Oktober genannt.

Dass sich damit nun die Fertigstellung des Stegs um rund einen Monat verzögert, möchte man seitens der Stadt nicht gelten lassen. WVP-Bürgermeister Werner Krammer bezeichnete die Mitteilung als Schock. Die Kavernensanierug als Ursache der Verzögerung schloss der Stadtchef aus. Man habe die Fertigstellung des Stegs trotz Kavernensanierung mit der Baufirma bis spätestens 19. September schriftlich festgehalten. Der mit der Bauaufsicht für den Steg betraute Zivilingenieur Herbert Pommer wurde nun damit beauftragt, die wahren Gründe für die Verzögerung zu eruieren.

Derzeit befinde man sich noch in Prüfung, so Bürgermeister Krammer am Donnerstag der Vorwoche. Ein Ergebnis solle demnächst vorliegen. Durch eine vertraglich festgehaltene Pönale im Falle einer Verzögerung sei man seitens der Stadt aber gut abgesichert. Würde der Steg tatsächlich erst am 20. Oktober fertiggestellt werden, so Krammer, würde dies der Stadt rund 48.000 Euro bringen. Die Errichtungskosten des Stegs betragen 750.000 Euro.

SPÖ-Vize: Keine Huschpfusch-Aktion

Da der Ybbsübergang für die Innenstadt und das Schlosshotel aber zentral sei, werde man versuchen, eine raschere Lösung herbeizuführen, so Krammer.

In der Zwischenzeit meldete sich auch SPÖ-Vizebürgermeister Martin Reifecker zu der Verzögerung beim Schlossstegneubau via Aussendung zu Wort. Reifecker sei ob der Verzögerung keinesfalls – wie der Bürgermeister – schockiert, heißt es darin. „Mir wäre die Errichtung vor bzw. nach der Badesaison sowieso lieber gewesen, damit der Steg für die Badegäste offenbleiben kann“, so der Vize. „Eine Huschpfusch-Aktion, nur damit der Steg fertiggestellt ist und der Bürgermeister einen Stadtspaziergang machen kann, halte ich für falsch. Eigentlich kann uns bei diesem Steg nix passieren“, erklärt er.

„Dieses Bauwerk wird und wurde von so vielen Experten ge- und berechnet. Und glauben Sie mir – die kosten wirklich allesamt sehr viel Geld, dass da nichts mehr passieren darf.“ Vor allem der Magistratsdirektor habe sich massiv bemüht, den Bau in alle Richtungen abzusichern, so Reifecker weiter. „Wenn die später liefern als zugesichert, dann müssen sie halt die Pönale zahlen. Das ist nichts Neues bei einer verspäteten Errichtung eines Bauwerks, das gibt es bei uns auch. Aber sie sollen um Gottes willen einen Steg liefern, der länger als 13 Jahre hält.“