Solisten von hohen Gnaden

Erstellt am 16. April 2013 | 00:00
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Solisten-Konzert / Mit Werken von Franz Doppler, Johann Nepomuk Hummel und Ludwig van Beethoven begeisterten Kammerorchester und Solisten bei der Frühlingsmatinee.

WAIDHOFEN / Jungen Musikern aus der Region eine Chance zu geben, große Literatur mit Orchester zur Aufführung zu bringen, das war ausgesprochenes Ziel des Waidhofner Kammerorchesters beim Frühlingskonzert am vergangenen Wochenende. Das betonte Dirigent Wolfgang Sobotka zum Konzertauftakt auch explizit.

Die Ybbsitzerin Anneliese Fuchsluger – seit 2006 Flötistin im Brucknerorchester Linz – und die Waidhofnerin Birgit Fluch – seit 2009 fest im Tonkünstlerorchester NÖ engagiert – ließen von Beginn an keinen Zweifel an ihrer hohen Meisterschaft: Duftig aber stringent wurden sie der beispiellosen Eloquenz des Stücks gerecht. Virtuosität, die sich mit der Präzision des von Sobotka straff geführten Orchesters wunderbar verwob. Das Publikum war hingerissen.

Mit Johann Nepomuk Hummels höchst diffizilem Konzert für Trompete und Orchester in Es-Dur hatte man dem Waidhofner Gerhard Fluch – derzeit beim Radio Symphonie Orchester Wien tätig – ein Prachtstück für den Trompetensolisten verordnet, das ihm all seine Virtuosität abverlangte. Mit aufbrandendem Beifall wurde er für Exaktheit und Brillanz belohnt.

Pianist Ulrich Hofmayer, ein weiterer Waidhofner, übernahm in Ludwig van Beethovens Konzert für Klavier und Orchester Nr. 4 in G-Dur, op. 58, den Flügel: In perlenden Kadenzen von stupender Ausdruckskraft brachte er bei präzisester Phrasierung das Werk unvergleichlich zur Geltung. Impetus und Dynamik verbinden sich bei Hofmayer zu höchster Kunst. Heftiger Applaussturm war ihm sowohl beim Abendkonzert in Weyer als auch bei der Matinee in Waidhofen sicher. Das Kammerorchester selbst wurde von dessen Leiter Wolfgang Sobotka einmal mehr zu einem unvergesslichen Musikerlebnis geführt.