"Konnte Basilika entdecken"

Erstellt am 28. August 2015 | 05:47
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Foto: NOEN, Fahrengruber
Der Amstettner Philosoph Gerhard Proksch über seine Beziehung zum Sonntagberg.

Als ich 1997 nach dem Studium von Wien nach Amstetten zog, rieten mir alle Bekannten: "Du musst auf jeden Fall einmal auf den Sonntagberg, zum Wahrzeichen des Mostviertels. Von dort siehst du halb Niederösterreich. Man sieht die Basilika auch schon aus der Ferne!“

In der Folge besuchte ich häufig Gottesdienste und Konzerte in der Kirche. Wirklich kennengelernt habe ich den Sonntagberg aber durch die Arbeit am Buchprojekt „Sonntagberg – Vom Hirtentraum zum Wallfahrtsort“ – verfasst von Franz Überlacker – das ich mit meiner Firma Randlos realisieren durfte. Dabei konnte ich die Räume der Basilika so erschließen, wie ich es als Bub beim Schloss Tollet bei Grieskirchen, wo ich aufgewachsen bin, getan habe. Dieses Schloss war für uns Kinder das „Entdeckungsland pur.“

In ähnlicher Herangehensweise konnte ich auch die Basilika entdecken. Ich hatte die Möglichkeit, Räume zu erforschen, die nur wenige betreten dürfen. Beeindruckend war die Begehung des Dachstuhls mit seiner Struktur und der Kuppel von oben, wo wir über schwankende Dielen gingen, um nach geeigneten Fotomotiven zu suchen. Unvergessen bleibt auch der Blick von den oberen Seitenfenstern in den Altarraum.

Damals war in der Kirche ein Gerüst aufgestellt, sodass wir die Möglichkeit hatten, die herrlichen Deckenfresken aus nächster Nähe zu betrachten. Gespenstisch wurde es, als wir die Krypta besuchten, die damals für einige Tage geöffnet war. Wir machten Aufnahmen von der Mumie der „Wachskerzlerin“, die dort bestattet ist. Die „Wachskerzlerin Gertraud“, eine Angehörige des dritten Ordens des heiligen Franziskus, wurde 1682 aufgrund ihres Lebenswandels und ihrer Verdienste um die Kirche in der Priestergruft der alten Kirche beigesetzt. Später wurden ihr Sarg und die Särge von 20 Priestern in die Gruft der Barockkirche übertragen.

Wir haben versucht, den Text von Überlacker so zu illustrieren, dass das Buch ein „begehbares System“ darstellt, und ich glaube, dass uns das auch gelungen ist.

In der Serie „Mein Sonntagberg“ präsentiert die NÖN ganz persönliche Geschichten über den Wallfahrtsort. Wer seine Geschichte ebenfalls in der NÖN erzählen möchte, kann sich unter redaktion.ybbstal@noen.at oder unter 07442/52202 melden.


Nächste Termine

Am Sonntag, 30. August, findet das letzte Orgelmittagkonzert von 12 bis 12.30 Uhr in der Basilika Sonntagberg statt. Die Orgel spielt Fritz Putzer.