Orgelmittag: Ein Erlebnis für das Ohr

Faszinierend und bezaubernd war das Konzert, das der junge Organist Julius Zeman und die Sopranistin Claire Elizabeth Craig in der Basilika am Sonntagberg gaben.

Erstellt am 27. August 2020 | 06:31
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Julius Zeman und Claire Elizabeth Craig bezauberten mit ihrem Konzert die Zuhörerschaft.
Foto: Bubenik

Ein junger Vollblutmusiker an der Orgel, Julius Zeman, und eine stimmlich hinreißende Sopranistin, Claire Elizabeth Craig, faszinierten die zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörer beim Orgelmittagkonzert am Sonntag, 23. August.

Die Sopranistin hat eine große raumfüllende Stimme. In ihrer Wiedergabe des „Laudamus te“ aus der Messe in C von Mozart nahm sie diese Stimme immer wieder zurück, dann klang sie weich, zart und sanft. Zugleich waren die perlenden Koloraturen zu bewundern, mit Leichtigkeit und souverän kamen die Verzierungen, flockenrein. Die Phrasierungen auskostend und die Töne ansingend, sich entwickeln lassend, sang sie überzeugend und ungemein ansprechend. Ähnlich gelang auch das „Laudate dominum“ aus den Vesperae solennes de Confessore von Mozart. Weicher Einsatz prägte den Beginn und aus dem Piano erblühte das „Laudate“.

Bemerkenswert an dem Konzert war der Solopart an der Orgel. Zeman machte es sich nicht leicht. Er wählte durchwegs technisch und künstlerisch anspruchsvolle Werke für sein Programm. Er begann mit G. Muffats „Ciacona“, in der er seine Registrierkunst zeigte. Die verspielten, heiteren Flötenuhrstücke von J. Haydn gelangen unterhaltsam und strotzten vor Lebenslust. Das Andante von Mozart erklang bei Zeman anders als gewohnt. Es war eindrucksvoll, welche Farbe er durch verschiedene Registrierungen in dieses Werk brachte. Damit gelang auch die Hervorhebung des Hauptthemas. Akkordschläge prägten den Beginn der Partita von K. Kucharc. Ungemein bewegt, fortdrängend fegte das Werk dahin, bis aus der Bewegung das Alleluia–Thema entstand und dann das Werk dominierte, bis dieses in bewegtem Orgelpleno schloss.

Das bewegte Publikum applaudierte ausgiebig.