Zwei Fraktionen am Start bei Gemeinderatswahl. Soziales Bürgerforum tritt nicht mehr an. ÖVP und SPÖ kämpfen um 23 Gemeinderatssitze.

Von Andreas Kössl. Erstellt am 25. Januar 2020 (05:29)
Bild links: ÖVP-Bürgermeister Thomas Raidl möchte den Mandatsstand von 14 Sitzen absichern. Bild rechts: SPÖ-Gemeinderat Helmut Novaks Ziel reicht von Mandate absichern bis zu satten Zugewinnen.
Kössl, SPÖ

In Sonntagberg werden bei der Gemeinderatswahl nur mehr ÖVP und SPÖ zur Wahl stehen. Das Soziale Bürgerforum, das derzeit mit Katharina Progsch noch einen Sitz im Gemeinderat hat, wird nicht mehr zur Wahl antreten. Zehn Jahre war die vom ehemaligen SPÖ-Mandatar und späteren Vizebürgermeister Fritz Huber gegründete Liste im Sonntagberger Gemeinderat vertreten.

Durch die Auflösung der Bürgerliste wird der Kuchen, den sich die beiden Großparteien am Sonntag teilen können, wieder größer. Die ÖVP hält derzeit 14 Mandate im Gemeinderat, die SPÖ liegt bei acht.

2015 konnte die Volkspartei drei Sitze zulegen und wurde damit stärkste Kraft in der einst roten Hochburg. Die SPÖ musste vier Mandate abgeben, das Soziale Bürgerforum eines. Möglich ist dies, weil der Mandatsstand 2015 aufgrund der Bevölkerungsentwicklung von 25 auf 23 reduziert wurde.

Für die Volkspartei tritt Bürgermeister Thomas Raidl an der Spitze eines 43-köpfigen Teams an. Vizebürgermeisterin Heide Maria Polsterer folgt auf Listenplatz zwei. Auch alle anderen ÖVP-Mandatare sind wieder mit dabei, drei davon allerdings nur mehr weiter hinten gereiht.

„Wir wollen für die Zukunft auch weiterhin ein verlässlicher Partner sein und gemeinsam mit allen Sonntagbergern eine bürgernahe, sachliche und zukunftsweisende Gemeindepolitik fortsetzen“, sagt Bürgermeister Thomas Raidl.

Glasfaser und Sanierung des Gemeindehaushalts

In den nächsten fünf Jahren möchte die ÖVP den flächendeckenden Ausbau des Glasfasernetzes in der Gemeinde forcieren, Bildungseinrichtungen modernisieren und den Ortskern in Rosenau neu gestalten.

Auch der Umwelt- und Klimaschutz steht auf der Agenda ganz oben. Leistbares Wohnen, Verkehrssicherheit und die Schaffung von Arbeitsplätzen hat man ebenfalls im Wahlprogramm. Die Sanierung des Gemeindehaushalts und der Abbau von Schulden, bei gleichzeitiger prioritätenmäßiger Durchführung von wichtigen Projekten, sei ebenfalls zen

tral, führt Bürgermeister Raidl aus. Durch die Bereinigung bei den wahlberechtigten Zweitwohnsitzern, das nicht abschätzbare Wahlverhalten der Wähler, das nicht mehr antretende Bürgerforum sowie Änderungen in der Bevölkerungsstruktur gebe es bei dieser Wahl einige Unbekannte, führt der Ortschef aus. „Ziel ist es deshalb, den derzeitigen Stand von 14 Mandaten entsprechend abzusichern.“

Bei der SPÖ sind es 29 Kandidaten, die mit einem Reißverschlusssystem (Mann – Frau – Mann) am Sonntag ins Rennen gehen. Angeführt werden sie abermals vom geschäftsführenden Gemeinderat Helmut Novak. Hinter ihm auf Listenplatz zwei kandidiert wieder die geschäftsführende Gemeinderätin und Fraktionsvorsitzende Ulrike Neubauer.

Das Wahlziel der SPÖ reiche vom Erhalt der Mandate bis zum Zugewinn von zehn Mandaten, hält Spitzenkandidat Novak fest. Ob ein Zugewinn möglich ist, wird sich zeigen. Das Kampfmandat auf Listenplatz neun hat jedenfalls der ehemalige Vizebürgermeister Heimo Henögl inne.

„Wir haben in den letzten zehn Jahren bewiesen, dass wir gemeinsam Projekte planen und umsetzen können“, sagt Novak. Auch die SPÖ tritt für die Attraktivierung der Bildungseinrichtungen in der Gemeinde sowie die Verbesserung des Gesamtbildes im Ortskern von Rosenau und Böhlerwerk ein. Weiters auf der Agenda stehen Maßnahmen bei der Verkehrssicherheit und leistbares Wohnen.

Die Spielplätze sollen attraktiver gestaltet, Hundefreilaufzonen errichtet und der Friedhof Gleiß saniert werden. Auch den Glasfaserausbau gelte es voranzutreiben und leistbares Wohnen für alle Bevölkerungsschichten zu ermöglichen. Das Freibad Böhlerwerk müsse erhalten werden.