Spur zu Brandstifter

Erstellt am 08. Februar 2011 | 00:00
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Flammen auf. 80.000 Euro Schaden. Zeugen werden gesucht.

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Innerhalb weniger Minuten stand die Halle in Vollbrand. Die Hitzeentwicklung war enorm. FOTO: ZVG
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VON S. HACKL UND M. STEINBACH

OPPONITZ / Warum hat es am vergangenen Montagvormittag in Opponitz gebrannt? Und weshalb stand gerade das Altstoffsammelzentrum in Flammen? Diese beiden Fragen beschäftigen derzeit die Polizei. Denn eines steht für die Ermittler mit „sehr hoher Wahrscheinlichkeit“ fest: Das Feuer auf dem Gelände neben der Ybbstalbundesstraße B31 wurde gelegt.

„Tat muss einen realen Hintergrund haben“
Noch fehlt den Beamten der Polizeiinspektion Hollenstein und der Brandgruppe des Landeskriminalamts eine heiße Spur. „Wir brauchen ein Motiv. Denn die Tat muss ja einen realen Hintergrund haben“, schildert Peter Reisinger vom Landeskriminalamt.

Rückblick: Es ist 9.37 Uhr, als Augenzeugen eine massive Rauchentwicklung beim Altstoffsammelzentrum (ASZ) bemerken. Die im Jahr 1998 gebaute Lagerhalle steht innerhalb weniger Minuten in Vollbrand - für die 49 Einsatzkräfte der Feuerwehren Opponitz, Ybbsitz und Hollenstein ein schwieriges Unterfangen. Denn: Die Gefahr, dass Teile der Dachkonstruktion herunterstürzen, ist groß. Zudem macht anfangs die Wasserzufuhr zu schaffen, weil die Steigleitung von der Ybbs vereist ist.
Nicht zuletzt mit massivem Schaumeinsatz bändigen die Feuerwehrleute das gewaltige Feuer. „Zu Mittag konnten wir das große Brandaus geben. Die Nachlöscharbeiten dauerten bis 17.45 Uhr an. Auch in der Nacht haben wir noch kontrolliert“, berichtet der Opponitzer Feuerwehrkommandant Werner Pießlinger.

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Der Brand ging vom Sperrmüllcontainer aus
Entfacht wurde das Feuer in einem Sperrmüllcontainer. Holz und alte Möbel seien darin gelagert gewesen, erläutert Kriminalist Reisinger. Dass eine achtlos weggeworfene Zigarette den Brand auslöste, schließt er aus. Auch ein Kurzschluss kommt nicht infrage: „Es gibt in der Halle nur drei Stück Beleuchtungskörper und der Leitungsschutzschalter war abgeschaltet.“
Nach ersten Schätzungen beträgt der Schaden zwischen 70.000 und 80.000 Euro. Der Brand zerstörte die Dachkonstruktion völlig. Untergestellte Anhänger und die Weihnachtsbeleuchtung der Gemeinde wurden ebenfalls ein Raub der Flammen. Immerhin: Das Gebäude ist versichert.

Etwa vier Wochen ist das Altstoffsammelzentrum laut Bürgermeister Leopold Hofbauer nun gesperrt. Einstweilen werden die Müllcontainer andernorts aufgestellt. Der Gedanke, „dass jemand unser ASZ angezündet hat, tut weh“, sagt Hofbauer. Umso wichtiger sei es, mit der Polizei zu kooperieren: „Damit wir den Brand abhaken und uns wieder den Projekten unseres Dorfes widmen können.“
Die Polizei verspricht bei Hinweisen „vollste Verschwiegenheit“: „Wir suchen dringend Zeugen, denen am Montag, 31. Jänner, zwischen 8 und 10 Uhr irgendetwas aufgefallen ist - auch wenn es noch so bedeutungslos erscheint.“ Kontakt: ( 059/133 30 33 33 oder 059/133 3107.




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