Stadt will nur Hotel-Immobilie

Erstellt am 26. Oktober 2010 | 00:00
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LÖSUNG / „S+B Gruppe“ und Stadt Waidhofen einigten sich doch: Liegenschaft soll um 1 Euro in Stadtbesitz wechseln. GmbH bleibt als Hülle bestehen. Betrieb geht weiter.

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Das Licht bleibt an: Der drohende Konkurs wurde abgewendet. Die Stadt Waidhofen übernimmt lastenfrei die Liegenschaft, aber nicht die Hotelgesellschaft: „Da wäre das Haftungsrisiko zu groß gewesen“, so Bürgermeister Wolfgang Mair.MARTIN STEINBACH
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VON STEFAN HACKL

WAIDHOFEN / Der Ort war symbolträchtig gewählt: Direkt im „Schloss an der Eisenstraße“ verkündete Bürgermeister Mag. Wolfgang Mair am vergangenen Freitag die Einigung zwischen der Stadt Waidhofen und der „S+B Gruppe“. Die wichtigste Botschaft: Der drohende Konkurs ist abgewendet.

Das Viersternehotel am Areal des ehemaligen Zeller Schlosses war - wie berichtet - in ärgste Finanznot geraten. 5,5 Millionen Euro betrug die Überschuldung. Die Hotelbetreiber aus Wien wollten sich ehestmöglich aus dem Projekt zurückziehen. Die jetzt präsentierte Lösung trägt die sperrige Bezeichnung „Asset-Deal“: Die Stadt übernimmt um einen symbolischen Euro lastenfrei die gesamte Liegenschaft des Schlosshotels, jedoch nicht die „Schloss an der Eisenstraße GmbH“.

Raiba, Stadt und „S+B“  verzichten auf Forderungen
Die GmbH bleibt als leere Hülle bestehen und wickelt lediglich Dienstleistungen wie Facility Management (vergleichbar mit dem Job eines Hausmeisters) und Energieoptimierungsmaßnahmen ab. Ebenso wie die „S+B Gruppe“ und die Raiffeisenlandesbank verzichtet die Stadt auf ihre Forderungen an diese Gesellschaft. Der angepeilte Kauf um einen Euro bedeutet daher: Die Stadt Waidhofen erhält eine mit 13,2 Millionen Euro bewertete Immobilie, indem sie ihre stille Einlage (vier Millionen Euro) und ihre Haftung für den Raiba-Kredit in der Höhe von 1,5 Millionen Euro einbringt.

Zudem muss sie den 1,4 Millionen Euro-Kredit für den 2007 eröffneten Zubau übernehmen, der sich im Besitz einer weiteren Gesellschaft, der SHW Zubau GmbH, befindet - in Summe 6,9 Millionen Euro. Hinzu kommt der Verzicht auf die Umsatzbeteiligung. Fix ist der „Asset-Deal“ noch nicht: Bis Mitte November sollen die Anwälte von Stadt und „S+B“ die Verträge ausgearbeitet haben, bis Ende November soll die Übernahme unter Dach und Fach sein.

Bis dahin führt die Hinteregger-Gruppe das Hotel weiter. Sie möchte auch künftig das Haus an der Ybbs leiten. Langfristig will die Stadt Waidhofen kein Hotelherr bleiben. Nach der Übernahme soll ein Pächter oder Käufer gesucht werden. Präferenz hat Bürgermeister Wolfgang Mair keine: „Es soll aber sichergestellt sein, dass das Schloss an der Eisenstraße ein Hotel bleibt.“ Die Mitarbeiter nahmen die Einigung mit Erleichterung auf. Für ihren Chef Bernd Hinteregger und Bürgermeister Mair gab es spontanen Applaus.