„Auch ohne Gelder der Gemeinde mit voller Kraft weiter“

Erstellt am 30. Jänner 2019 | 11:27
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Tierpark Buchenberg Symbolbild
Foto: Buchenberg
Der Tierpark am Buchenberg bleibt weiter bestehen, ließ die Stadt Waidhofen gestern in einer Aussendung wissen. Allerdings werde es seitens der Stadt keine Subventionen mehr geben, da man der Meinung sei, dass der Betrieb in der bisherigen Form ordnungsgemäß und wirtschaftlich nicht weitergeführt werden könne. Die NÖN berichtete.

Nun meldet sich Tierparkleiter Andreas Plachy mit einer Aussendung zu Wort. Darin übt der Tierparkleiter heftige Kritik am Vorgehen der Stadt. Mit der Aufkündigung der vertraglich vereinbarten Bankhaftung und dem Streichen der Subvention kurz vor dem Winter, habe die Gemeinde den Tierpark in eine sehr ernste Situation gebracht, heißt es da. Plötzlich habe man das notwendige Tierfutter nicht mehr kaufen können.

Der Park sei vor dem Aus gestanden. „Nur durch die Unterstützung hunderter Tierparkfreunde und deren Spenden, konnte man es schaffen, bis jetzt über den Winter zu kommen.“ Plachy startete, nachdem die Stadt den Geldhahn abgedreht hatte, eine Crowdfunding-Kampagne. 43.800 Euro sind dabei bislang zusammengekommen.

Seitens der Stadt hatte man nach den Vorfällen um die beiden entlaufenen Luchse im Sommer eine Redimensionierung des Tierparks angestrebt. Im November wurde der Haftungs- und Subventionsvertrag von der Gemeinde gekündigt und die Verhandlungen mit Plachy über eine einvernehmliche Zukunftslösung aufgenommen.

Tierpark Buchenberg Symbolbild
Foto: Buchenberg

Grund für die Vertragsauflösung seien vertraglich vereinbarte Pflichten gewesen, die seitens des Tierparks auch nach wiederholter Aufforderung nicht eingehalten worden seien, heißt es aus dem Magistrat. So seien notwendige Beiratsbeschlüsse nicht eingeholt worden und habe es sicherheitstechnische Mängel gegeben.

Außerdem sei Plachy, obwohl vom Magistrat karenziert, der Stadt nicht gemeldeten Nebenbeschäftigungen nachgegangen. Dazu kämen die entlaufenen Tiere, von den Rothirschen über die Waschbären bis zu den Luchsen, und die verbotene Lebendfütterung der Wölfe im Tierpark. Das wirtschaftliche Ergebnis des Tierparks sei zudem wenig zufriedenstellend.

Einen Konsens über die künftige Ausrichtung des Tierparks konnten die Stadt und Plachy jedoch nicht erzielen. Ein Ablöseangebot der Stadt für die Anlagen im Tierpark wurde von Plachy nicht angenommen. So wurde das Dienstverhältnis mit dem Tierparkbetreiber, der im Dezember wieder in den Dienst der Stadt zurückberufen worden war, nun einvernehmlich gelöst. „Diese Entscheidung ist zu akzeptieren, auch wenn ich mir für die Zukunft des Tierparks etwas anderes gewünscht hätte“, sagt Bürgermeister Werner Krammer.

Tierpark Buchenberg Symbolbild
Foto: Buchenberg

Aufgrund des großen Rückhalts der Tierparkfreunde und ihrer Spendenbereitschaft habe er das Angebot der Stadt ausgeschlagen, führt Plachy aus. „All diese Menschen wollen den Tierpark erhalten und darum soll er auch weiterhin bestehen bleiben und den Besuchern Freude bereiten.“

Dass die Stadt den Tierpark weiterhaben wollte, kann Plachy nicht verstehen. Er verweist auf rund 40.000 bis 50.000 Besucher und eine Wertschöpfung von zwei Millionen Euro, die der Tierpark der Stadt jährlich bringe. „Als Argument nannte man das im Sommer entlaufene Luchs-Baby mit seiner Mutter und die damit einhergehende Gefahr“, beschwert sich Plachy. „Aber plötzlich störten nicht nur die ‚bösen‘ wilden Tiere, sondern auch Kletterpark, Bogenschießen, Baumhaus und Wirtshaus sollten verschwinden. Damit wären auch hunderttausende Euro an Steuergeldern, die in den Aufbau des Betriebes geflossen sind, verschwendet.“

Er werde auch ohne Unterstützung der Gemeinde den Tierpark mit voller Kraft weiterführen, kündigt Plachy an. „Die neue Saison beginnt – witterungsabhängig – Mitte März. Spätestens in den Osterferien stehen alle Attraktionen – auch der Kletterpark – wieder für die Gäste zur Verfügung.“