Silofolien und Autobatterien bei Ybbsreinigung in Nellingbach gefunden

Erstellt am 30. April 2022 | 06:55
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Der Verein „Petri Jünger“ rief zur Reinigung der Ybbs und ihrer Zubringerbäche im Gemeindegebiet von Waidhofen und Sonntagberg auf. Unterstützt wurde diese Aktion durch die EVN.
Foto: Hochpöchler
Verein „Petri Jünger“ reinigte Ybbs und Zubringer in Waidhofen und Sonntagberg.

Wo die Ursachen der Müll- und Plastikbelastung liegen, erlebten einmal mehr die Fischer des Vereins „Petri Jünger“, die in der Vorwoche im Rahmen ihres alljährlichen Umwelttages sackweise Unrat aus der Ybbs und den Bächen im Gemeindegebiet von Waidhofen und Sonntagberg herausbeförderten.

Gefördert wurde diese Aktion heuer von der EVN, welche im Rahmen ihres 100-jährigen Bestehens diese tatkräftig unterstützte und die Kosten für Transport und Entsorgung des gesammelten Unrates sowie die Verpflegung der Aktivisten übernahm. Dadurch war es erstmals möglich, an zwei Tagen knapp 50 Kilometer Bachläufe im Urn-, Nelling-, Lueg-, Redten- und Schwarzbach zu säubern. Der gesammelte Müll wurde durch Vereinsmitglieder des Vereins „Rettet die Ybbs äsche“ unter wissenschaftlicher Begleitung analysiert und entsprechend dem Gefährdungspotenzial für die menschliche Gesundheit mengenmäßig zugeordnet.

Der Verein „Rettet die Ybbs äsche“ beschäftigt sich seit mehr als 20 Jahren im Rahmen der Lebensraumsicherung für alle gewässergebundenen Lebewesen mit dem Mülleintrag in das Gewässersystem der Ybbs und ihrer Zubringer. „Immer dann, wenn wieder einmal Bilder von zig kilometerlangen Müllteppichen in den Weltmeeren berichtet wird und in den Gremien der Umweltabteilungen der Länder und Gemeinden über den Wahnsinn dieses Zustands diskutiert wird, versucht die Politik, dem Problem der Verschmutzung der Landschaft durch halbherzig umgesetzte Recyclingkonzepte für Einweg-Kunststoffverpackungen und verordnete Verbote von Plastiksackerln Herr zu werden“, stellt Obmann Leopold Hochpöchler fest. „Es ist traurige Wahrheit, dass bereits jeder Mensch im Ybbstal Plastik in der Menge einer Scheckkarte in seinem Körper trägt. Nach einer aktuellen Studie nimmt jeder Mensch durchschnittlich rund fünf Gramm Mikroplastik pro Woche auf. Über die Vielzahl der negativen Auswirkungen des Plastiks in unserem Körper kann derzeit nur gemutmaßt werden.“

Bei Mikroplastik handelt es sich um feinste Kunststoffpartikel, die man etwa in Kosmetika, Wasch- oder Reinigungsprodukten findet. Eine große Menge Mikroplastik gelangt durch den Zerfall größerer Plastikprodukte wie Silo- und Abdeckfolien in die Landschaft, das Gewässersystem und durch Tiere und Pflanzen wieder zurück zum Menschen.

Traurige Spitzenreiter bei der Verunreinigung in der Region sind der Luegbach und der Nellingbach. Hier wurde die mit Abstand größte Müllbelastung durch Reste von Silo- und Abdeckfolien aus der Landwirtschaft festgestellt. Aus dem Nellingbach wurden sogar Autobatterien und Kfz-Teile geborgen.