UNESCO blickt nach Ybbsitz

Erstellt am 12. Oktober 2010 | 00:00
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Foto: NOEN
„Schmieden in Ybbsitz“ hat den Sprung auf die nationale Liste des „Immateriellen Weltkulturerbes“ geschafft - eine hohe Auszeichnung.
YBBSITZ / Was haben der Wiener Opernball, der Ötztaler Dialekt und Schmieden in Ybbsitz gemeinsam? Seit Kurzem sind alle drei in das Register des „Immateriellen Weltkulturerbes der UNESCO“ eingetragen.

„Ich gehe davon aus, dass die UNESCO durch die Zertifizierung als Weltkulturerbe den Umstand anerkennt, dass in Ybbsitz das Schmiedehandwerk über Jahrhunderte gewachsen ist, heute aktiv ausgeübt wird und in metallorientierten Betrieben in die Zukunft blickt“, gab sich Bürgermeister Josef Hofmarcher nach Bekanntgabe der Entscheidung erfreut. Auch für Eisenstraße-Obmann Mag. Andreas Hanger ist die Auszeichnung ein Glücksfall: „Dass die Eisenstraßenidee 1990 von Ybbsitz ausgegangen ist und die ganze Region kulturell erfasst hat, ist dafür sicher ein Argument gewesen.“

LH Dr. Erwin Pröll: für  Ybbsitz eine Auszeichnung
Der offiziellen Begründung der UNESCO-Kommission ist zu entnehmen: „In Ybbsitz besitzt das Schmiedehandwerk einerseits die nötige Infrastruktur und andererseits den notwendigen Rückhalt in der Bevölkerung, um auch noch von den kommenden Generationen weitergegeben zu werden“, heißt es dort.

In einer ersten Stellungnahme gratulierte Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll Ybbsitz: „Es ist dies ein weiterer Schritt dazu, die Geschichte, Tradition und Funktion dieser jahrhundertealten Handwerkskunst zu bewahren und von Generation zu Generation weiter zu geben. Vor allem aber wird damit auch die Arbeit jener Menschen entlang der Eisenstraße belohnt, die sich mit großem Engagement bemühen, diese Tradition nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.“

Für Mag. Maria Walcher, Leiterin der Nationalagentur für das Kulturerbe bei der Österreichischen UNESCO-Kommission, ist „Schmieden in Ybbsitz für das Weltkulturerbe geradezu ein Idealfall, weil es nicht nur 1.000 Jahre Geschichte hat, sondern in der Bevölkerung der Gegenwart verankert ist und etwa mit einer Schmiedeakademie innovativ in die Zukunft greift.“ „Die Entscheidung trifft der Fachbeirat der UNESCO“, erläutert Kommissionspräsidentin Dr. Eva Nowotny.

Weltkulturerbe-Liste  der UNESCO
DieUNESCO(Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur) ist eine rechtlich selbstständige Sonderorganisation der UNO. Ihr gehören 193 Staaten der Welt an.
Mit Oktober 2010 wurden 12 Initiativen neu in das nationale Verzeichnis desUNESCO „Immateriellen Weltkulturerbes“aufgenommen:
Ötztaler Mundart
Heiligenbluter Sternsinger
Wiener Dudeln
Funkensonntag
Perchtoldsdorfer Hütereinzug
Salzburger Festschützenwesen
Samsontragen im Lungau
Telfer Schleicherlaufen
Ebenseer Glöcklerlauf
Wiener Ball
Ofen- und Kaminmaurerei und Schmieden in Ybbsitz