Geben und Nehmen

Erstellt am 27. Oktober 2016 | 05:17
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Betreiben das Sammel- und Verteilzentrum Raifberg: Mahdi Jusofi, Saido Babaian, Djamila Babaian, Razih Iransout, Ulrike Schauer, Erika Ertl, Rustam Khodiy, Rosa Mstoyan, Ashraf Kurdi und Hosan Raza (v.l.).
Foto: Hochpöchler
Verein „Mit-Menschen“ organisiert im Sammelzentrum Raifberg Sammeln und Verteilen von Sachspenden für Bedürftige.

Vor dem Sammelzentrum Raifberg treffen Menschen zusammen. Die meisten sind Flüchtlingsfamilien. Sie warten geduldig auf den Aufruf zum Eintritt in die Warenausgabe, trinken in der Zwischenzeit Tee, der angeboten wird.

Im Verteilraum werden inzwischen die letzten Vorbereitungen erledigt. Alle Regale sind eingeräumt, Spielsachen auf einem großen Tisch ordentlich präsentiert und die Hygieneartikel je nach Familiengröße gerecht abgepackt.

„Wir freuen uns über jede Spende, es ist jedoch manchmal eine Herausforderung, die Regale wieder zu befüllen. Aber wir haben Damen, die sich ganz besonders einsetzen und wöchentlich zum Altstoffsammelzentrum fahren, um dort notwendige Dinge wie zum Beispiel Kochtöpfe günstig zu kaufen. Zuhause werden diese gereinigt und beim Sammelzentrum verschenkt“, erzählt Erika Ertl vom Verein „Mit-Menschen“, der den Sammel- und Verteilbetrieb aufrechthält.

Dinge des täglichen Bedarfs kostenlos

Jeden ersten und dritten Freitag im Monat erhalten bedürftige Menschen – „natürlich auch Österreicher“ – wie Erika Ertl betont, Dinge des täglichen Bedarfs kostenlos. Damit es bei der Verteilung keine Ungerechtigkeiten gibt, werden die Personen und Familien in drei Gruppen eingeteilt. Jede Familie ist registriert, neue werden registriert.

Das Los entscheidet, welche Gruppe zuerst am Zug ist. „Natürlich haben wir zusätzliche Waren im Lager. Jede Gruppe ist rund zwanzig Minuten im Verteilraum, dann gibt es eine kleine Pause, in der die Waren wieder nachgefüllt werden, damit auch die nächsten Gruppen das gleiche Sortiment vorfinden“, erzählt Erika Ertl.

Flüchtlinge packen selbst mit an

Am Anfang waren es hauptsächlich Waidhofner, die das Sammelzentrum Raifberg betrieben haben, doch nun packen auch Asylwerber und Asylberechtigte selbst mit an. „Sie verstehen schon gut Deutsch und sind sehr tüchtig“, berichtet Erika Ertl.

In der Zwischenzeit hat die erste Gruppe den Verteilraum betreten. Besonderen Andrang gibt es bei den Hygieneartikeln, aber auch Kochgeschirr ist sehr gefragt. Die Kinder stürmen den Spieletisch. In der Haushaltsabteilung wird für eine neu angekommene Familie mit wenigen Handgriffen eine Grundausstattung zusammengestellt.

„Die Menschen sind sehr dankbar, bei den Kindern leuchten die Augen“, sagt Maria Schörghofer. „Man hat direkt selbst eine Freude!“.