Modernste Sicherung für Waidhofner Citybahn

Erstellt am 29. September 2020 | 17:12
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Erste „vereinfachte technische Sicherungsanlage“ österreichweit in Betrieb.

Mit dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember wird die Waidhofner Citybahn nur mehr zwischen Hauptbahnhof und Vogelsang verkehren, dann allerdings im Halbstundentakt.

Die Endhaltestelle der Stadtbahn befindet sich dann bei der Pestalozzistraße. Dazu kommt noch ein neuer stadtnaher Stopp in der Kupferschmiedgasse. Die neuen Haltestellen stehen bereits. Auch der Halt im Schillerpark präsentiert sich nun im neuen Design.

Und noch eine Novität findet sich nun auf der Citybahnstrecke: Der Bahnübergang beim ASKÖ-Haus in der Rehsulz wurde mit einer sogenannten „vereinfachten technischen Sicherungsanlage“ (VTS) ausgestattet. Seit Schulbeginn ist diese in Betrieb.

Mit VTS fast 100.000 Euro gespart

Am Montag wurde die Anlage von Mobilitätslandesrat Ludwig Schleritzko, NÖ-Bahnen-Geschäftsführerin Barbara Komarek und Bürgermeister Werner Krammer präsentiert.

Bei der solarbetriebenen Rotlichtanlage, deren Einschaltung eisenbahnseitig erfolgt, also durch den Zug und nicht wie bisher durch die Betriebsführungszentrale, handelt es sich um ein Pilotprojekt, sie ist österreichweit die erste ihrer Art. NÖ-Bahnen-Geschäftsführerin Barbara Komarek hielt fest, dass sich durch die VTS auch deutliche Kosteneinsparungen ergeben würden.

Während die Kosten für die Errichtung einer herkömmlichen Lichtzeichenanlage 180.000 Euro betragen, kommt die VTS auf lediglich 88.000 Euro. Da keine Grabungsarbeiten anfallen, kann sie in nur einer Woche errichtet werden.

Einbußen bei der Sicherheit gebe es nicht, hielt Komarek fest. „Eine umfangreiche Befragung der Verkehrsteilnehmer vor Ort durch den ÖAMTC in Kooperation mit dem Austrian Institute of Technology (AIT) zeigte klar, dass den Befragten keine Abweichung zu einer bekannten Lichtzeichenanlage aufgefallen ist.“

Im Störungsfall tritt ein eigenes Beschilderungssystem an der Strecke in Kraft. Dann darf der Zug die Eisenbahnkreuzung nur mit akustischen Signalen und maximal 10 km/h Fahrgeschwindigkeit befahren. Getestet wird die VTS im Rahmen eines durch den Verkehrssicherheitsfonds des Landes NÖ geförderten Forschungsprojekts, das gemeinsam mit dem ÖAMTC und dem Austrian Institute of Technology initiiert wurde. Errichtet wurde die neue Anlage in Kooperation mit der Firma EBE.

Pfeifen auf Strecke soll langfristig wegkommen

Ab 1. Oktober startet die VTS in der Rehsulz ihren Dienst im überwachten Betrieb. Bis 12. Dezember sollen entlang der Citybahnstrecke bei der Eisenbahnkreuzung Vogelsang und der HTL noch zwei weitere VTS-Anlagen in Betrieb gehen. Die Kosten der Errichtung teilen sich die NÖ Bahnen und die Stadt zur Hälfte.

Durch diese neuartige Sicherung solle das Pfeifen der Citybahnzüge reduziert werden, stellte Komarek klar. „Unser Plan ist es, das Pfeifen auf der Strecke ganz wegzubekommen.“

„Ich freue mich sehr, dass wir mit diesem Pilotprojekt ein Stück Geschichte schreiben“, sagte Bürgermeister Werner Krammer. „Die VTS ist ein wichtiger Teil unseres gemeinsamen Zukunftsprogramms, das die Citybahn Waidhofen als innerstädtisches Verkehrsmittel nachhaltig sichert.“

Die Verkürzung der Stadtbahn lobt der Stadtchef als beste Variante, um zentrale Infrastruktur an der Citybahnstrecke öffentlich an die Stadt anzubinden und eine sichere Anbindung an den Ybbstalradweg zu gewährleisten.

„Die Niederösterreich Bahnen führen ihre Bahnen mit Weitblick, den man auch an dieser neuen, solarbetriebenen Rotlichtanlage besonders sieht“, sagte Mobilitätslandesrat Schleritzko. „Unser Ziel ist es, die Mobilität nachhaltiger und klimaschonender zu gestalten.“