Umfahrung Weyer wird konkret. Baustart für 53-Millionen-Euro-Projekt im Jahr 2021 angedacht. Zwei Tunnel sollen Ort von Verkehr entlasten.

Von Andreas Kössl. Erstellt am 21. November 2020 (12:34)
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Ein Investitionspaket im Umfang von 1,2 Milliarden Euro bis zum Jahr 2025 hat das Land Oberösterreich kürzlich geschnürt. 449 Millionen Euro dieses sogenannten „Oberösterreichischen Plans“ sollen in den Infrastrukturbereich investiert werden.

53,6 Millionen Euro davon entfallen auf die Umfahrung in Weyer. Zwei Umfahrungstunnel sollen den Ortskern hier vom Durchzugsverkehr entlasten. Seit fast 20 Jahren befindet sich dieses Vorhaben nun schon in der Warteschleife, nun wird es konkret.

Der Streckenabschnitt der B 121 bei der Ortsdurchfahrt Weyer sei aufgrund der vielen langen Engstellen unzureichend, heißt es dazu aus dem Büro von Infrastrukturlandesrat Günther Steinkellner. Da ein Ausbau am Bestand ohne schwerwiegenden Eingriff in das Orts- und Landschaftsbild sowie den Abbruch von denkmalgeschützten Objekten nicht möglich sei, habe man sich für eine Ortsumfahrung mittels einer Kurz- und einer Langtunnellösung entschieden. 68 Prozent des Verkehrs durch den Ort sollen so umgelagert und Rückstauungen und zusätzliche Abgasbelastungen deutlich minimiert werden.

Geplant ist ein 612 Meter langer Tunnel, der von Waidhofen kommend auf Höhe der A1-Tankstelle links unter der Kalvarienbergstraße und der Egerer Straße hindurchführt und in die Hollensteiner Straße mündet. Dort soll ein Kreisverkehr errichtet werden, von dem eine Abzweigung in einen zweiten, 65 Meter langen Tunnel führt. Dieser führt unter dem Kirchenberg hindurch und mündet beim Innerberger Stadel wieder in die B 121 ein.

„Die rechtlichen Voraussetzungen für das Bauvorhaben befinden sich in einem weiten Stadium“, heißt es aus dem Büro von Landesrat Steinkellner. Ausständig seien noch der straßenrechtliche Bescheid sowie eine Grundeinlöse. „Sobald diese vorliegen, fehlt noch der naturschutzrechtliche Bescheid, um das Baulos anschließend ausschreiben zu können.“

Ein genaues Datum für den Spatenstich möchte man noch nicht nennen. Seitens des Landes OÖ hofft man aber, kommendes Jahr mit den Bauarbeiten starten zu können. Da bereits Grundeinlöseverfahren durchgeführt worden seien, ergebe sich für das insgesamt 53 Millionen Euro umfassende Großprojekt noch ein Finanzierungsbedarf von rund 51 Millionen Euro, heißt es seitens des Landes. Diese Summe werde zur Gänze aus dem „Oberösterreich Plan“ investiert. „Wir wollen das Projekt schnellstmöglich baureif bekommen“, sagt Infrastrukturlandesrat Günther Steinkellner. „Deshalb ist zu hoffen, dass die Verfahrensdauern ohne größeren Zeitverlust abgewickelt werden können.“