Ybbstal: „Leute hören auf, ins Wirtshaus zu gehen“

Erstellt am 30. September 2020 | 05:36
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Gleich im Eingangsbereich des Hotels und Restaurants Moshammer in Waidhofen befindet sich ein Spender mit Desinfektionsmittel. „Wir setzen die Maßnahmen sehr scharf um“, betont Hubert Moshammer und appelliert an die Gäste: „Bitte geht zum Wirten und lasst euch nicht abschrecken.“
Foto: Kössl
Mit Zehn-Personen-Beschränkung kamen viele Stornierungen auf die Gastronomen zu. Stimmung ist gedrückt.

Mit Mund-NasenSchutz ins Wirtshaus, nicht mehr als zehn Personen und falls die Corona-Ampel auf Orange oder Rot schaltet, auch mit Registrierungspflicht. Die Gastronomie hat es nicht leicht.

Vor allem nicht, wenn Woche für Woche neue Maßnahmen und Regelungen beschlossen werden. Die NÖN hat sich umgehört, wie es den Wirten und Hoteliers im Ybbstal geht.

Moshammer: Viele Mittagsgäste bleiben aus

„Die letzten Corona-Maßnahmen haben wieder starke Auswirkungen auf die Gastronomie und die Hotellerie“, sagt Hubert Moshammer vom Hotel und Wirtshaus Moshammer in Waidhofen. „Letztes Wochenende waren wir noch ausgebucht. Ab Freitag kam dann eine Stornierung nach der anderen. So wie es jetzt aussieht, haben wir in der nächsten Zeit nur einige Zimmer belegt.“

Aber nicht nur das Hotel sei leer, auch im Wirtshaus vermisst der Gastronom viele Mittagsgäste. Diese würden aktuell ausbleiben, weil sie mehr im Homeoffice als in der Stadt arbeiten. „Das Pro blem ist, dass so viel Angst verbreitet worden ist, und sich die Leute nicht mehr fortgehen trauen. Sie hören auf, ins Wirtshaus zu gehen, sogar die Stammgäste“, ärgert er sich.

Storniert sind auch schon die Weihnachtsfeiern. Dennoch will Moshammer nicht schwarzmalen. „Wir tun alles, was möglich ist, setzen die Maßnahmen sehr scharf um. Aber auch die Gäste sind am Zug. Bitte geht zum Wirten, lasst euch nicht abschrecken, genießt das gute Essen und sperrt euch nicht daheim ein. Wir Wirten vermissen euch in unseren Lokalen“, appelliert er an alle und hofft, dass die Wildwochen ab 9. Oktober gut angenommen werden.

„Bitte geht zum Wirten, lasst euch nicht abschrecken, genießt das Essen und sperrt euch nicht ein!“

Hubert Moshammer, Hotelier in Waidhofen

Zwar gelten die schärferen Gastroregeln im Bezirk aufgrund der geringen Infektionsrate noch nicht, mit der Personenbeschränkung bei Feierlichkeiten haben die Wirte aber ohnehin genug zu kämpfen. „Wir müssen uns erst einmal selber ordnen, da wir doch noch ein paar Veranstaltungen geplant gehabt hätten“, sagt Johannes Kerschbaumer vom gleichnamigen Gasthaus in Waidhofen. Er habe auf jeden Fall Verständnis für die getroffenen Regeln, aber es sei alles andere als einfach, diese umzusetzen. „Irgendwie werden wir das schon schaffen. Aber es ist noch zu früh, dazu etwas zu sagen“, betont er.

Eine ähnliche Antwort bekommt die NÖN von Wirtin Maria Bachler vom Bachlerhof in Kematen. „Man muss das erst einmal sickern lassen. Eigentlich kann sich jede Stunde etwas ändern. Man muss extrem flexibel sein“, sagt sie. Drei Hochzeiten hätten heuer noch stattgefunden, das À-la-carte-Geschäft läuft zum Glück normal. Auch das Tragen vom Mund-NasenSchutz wird eingehalten. Die Speisen können aber nach wie vor auch abgeholt werden.

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