Extinction Rebellion: Aufstand gegen das Aussterben. Wege aus der Klimakrise: Initiative Extinction Rebellion ruft zu gewaltfreiem, zivilem Ungehorsam auf.

Von Andreas Kössl. Erstellt am 22. August 2019 (03:45)

Zum gewaltfreien, zivilen Ungehorsam ruft die Initiative Extinction Rebellion auf. Damit soll die Politik in Zugzwang gebracht werden, um endlich wirkungsvolle Maßnahmen gegen den fortschreitenden Klimawandel zu setzen.

Andreas Kössl
Hannes Kößl zeigte auf, wie schlimm es um die Erde bereits steht.

Wie schlecht es um die Zukunft unseres Planeten schon steht, führten Mitglieder der im Oktober 2018 in England entstandenen Bewegung, die mittlerweile rund um den ganzen Globus aktiv ist, am vergangenen Mittwoch bei einem Vortrag im Raiffeisensaal in Waidhofen aus. Unter dem Titel „Auf dem Weg zum Aussterben (und was wir dagegen tun können)“ ging es aber auch darum, Lösungswege aus der Krise aufzuzeigen.

Über den Status quo der Klimakrise berichtete Extinction- Rebellion-Mitglied Hannes Kößl. Der Physikstudent aus Ybbsitz legte dar, dass sich das Erdklima seit dem Jahr 1880 um 1,1 Grad Celsius erwärmt habe, wobei alleine seit dem Jahr 2000 eine Erwärmung um 0,5 Grad Celsius stattgefunden habe. Hauptgrund für die rasante Steigerung der globalen Erwärmung in den letzten Jahren sei der Treibhauseffekt, hervorgerufen durch Emissionen von CO und Methan.

Dazu komme die Zerstörung der Natur durch den Landverbrauch und die vom Menschen verursachte Veränderung der Ozeane, was wiederum in einem Artensterben resultiere. „Jede achte Tier- und Pflanzenart ist mittlerweile vom Aussterben gefährdet“, sagte Kößl. Anhand verschiedener wissenschaftlicher Studien legte Kößl dar, wie es um das Risiko steht, dass die Erde durch die fortschreitende Klimaerwärmung in nicht mehr allzu ferner Zukunft in weiten Teilen unbewohnbar wird. „Dieses Risiko reicht aus, um zu handeln“, hielt der Ybbsitzer fest.

Aufmerksamkeit durch Störaktionen

„Wir haben die Pflicht zu handeln“, meinte Extinction-Rebellion-Mitglied Martha Krumpeck. „Es liegt an uns, die Wahrheit zu sagen, wie es um unseren Planeten steht, und die Regierungen müssen die wissenschaftlichen Fakten anerkennen.“ Die Wiener Medizinstudentin legte im Folgenden Wege dar, um den Klimawandel noch aufzuhalten. Projekte wie ein Flughafenausbau oder Tempo 140 auf der Autobahn müssten dafür einmal auf jeden Fall gestoppt werden.

Andreas Kössl
Martha Krumpeck legte Wege aus der Klimakrise dar.

Extinction Rebellion fordert aber auch mehr Mitsprache der Bevölkerung ein. Als probates Mittel dafür werden Bürgerversammlungen, zu denen Bürger nach dem Zufallsprinzip ausgelost werden und wo diese dann Entscheidungen treffen, gesehen. „Wir müssen damit aus dem Stillstand rauskommen, den die Politik uns bietet“, sagte Krumpeck. Um gehört zu werden sei es notwendig, gewaltfreie Störaktionen, etwa Straßenblockaden, zu setzen. Die nächste große Aktion von Extinction Rebellion ist für Oktober in Wien geplant.

Vor dem Vortrag stellte der Waidhofner Raphael Kößl die Waidhofner Klimaproteste vor. „Alle müssen anpacken“, sagte Kößl. „Nur so kann das Sprungtuch, das den Planeten Erde noch retten kann, gespannt werden.“