Landesschulrat: „Wollen Schulen vernetzen“

Erstellt am 25. August 2014 | 11:26
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Foto: NOEN, Lugmayr
Seit August ist die Außenstelle des NÖ Landesschulrates in Waidhofen für die Bezirke Amstetten, Scheibbs und Melk zuständig. Mit Schulbeginn folgt die Nagelprobe.
Noch weht der Hauch des Neuen durch die Räumlichkeiten der Außenstelle des Landesschulrates im regionalen Innovationszentrum RIZ in Waidhofen. Seit neben Zwettl, Mistelbach, Tulln und Baden im Zuge der NÖ Verwaltungsreform eine Außenstelle des Landesschulrates in Waidhofen eingerichtet wurde, hat man Akten und Möbel aus den ersatzlos gestrichenen Bezirksschulräten Amstetten, Scheibbs und Melk hierher ins RIZ verfrachtet. Über zwei Etagen erstrecken sich die Büroräume.

Hörndler will den Schwung mitnehmen

Neben den vier Pflichtschulinspektoren (PSI) Michaela Stanglauer, Leopold Schauppenlehner, Wolfgang Schweiger und Josef Hörndler, der als Leiter der Dienststelle eingesetzt wurde, sind in der Waidhofner Kapuzinerstraße sieben Sekretärinnen untergebracht, die großteils aus den Bezirksschulratsämtern übernommen wurden.

Alle vier PSI waren zuvor als Bezirksschulinspektoren (BSI) tätig gewesen. „Doch unser Arbeitsplatz wird großteils vor Ort in der Betreuung der Schulen sein“, sagt Hörndler, der den pädagogischen Schwung, den er im vergangenen Schuljahr in der Region spürte, in die neue Institution mitnehmen will.

„Schülerzentriertes Arbeiten wird zum Kernthema“

Nach Auftaktveranstaltungen mit dem Neurobiologen Gerald Hüther, dem Hirnforscher Gerald Spitzer und der Berliner Schulinnovatorin Margret Rasfeld hatten sich viertelsweit Arbeitskreise unter den Pädagogen gebildet, die diese Impulse an ihren Schulen umsetzen wollen. „Die Schulen haben viele Ideen aufgenommen und sich auf den Weg in die Zukunft gemacht“, ortet Hörndler Resonanz.

Für Michaela Stanglauer - zuvor BSI in Amstetten - liegt der Kern der Innovation der Schulen in der Teambildung an den Schulen.

„Wo Lehrerteams lernen gemeinsam Mitverantwortung für Schulentwicklung und Unterrichtsqualität zu tragen, dort wird schülerzentriertes Arbeiten zum Kernthema“, so Stanglauer, die den Schulen dabei helfen will, heterogene Mehrstufenklassen einzuführen und alternative Formen der Beurteilung wie verbale Beurteilung einzuführen.

Erste Ansprechpartner in pädagogischen Fragen

„Die Kommunikation und Vernetzung zwischen Kindergärten und Volksschulen einerseits, Volks- und Neuen Mittelschulen sowie Polytechnischen Schulen andererseits kann noch verbessert werden“, sagt Stanglauer.

Für Leopold Schauppenlehner - von 2003 bis 2014 BSI in Scheibbs - liegt die Aufgabe der neuen Pflichtschulinspektoren vor allem im pädagogischen Bereich. „Wir sind vorrangig Ansprechpartner der Schulen in pädagogischen Fragen“, erläutert Schauppenlehner.

Die ergänzende differenzierende Leistungsbeschreibungung EDL an den NMS, ein Zeugniszusatz, bei der verbal vor allem positive Leistungen angeführt sind, und die Kinder-Eltern-Lehrergespräche sind laut Schauppenlehner bei Eltern und Schülern besonders gut angekommen.

Rückgang der Schülerzahlen, trotzdem 27 neue Junglehrer

„Dass wir auf dem richtigen Weg sind, bestätigt das überdurchschnittlich gute Abschneiden der Mostviertler Schulen bei den Bildungsstandards“, sagt Hörndler.

Auch für Wolfgang Schweiger - zuvor BSI in Melk - ist die Entwicklung der Schulen auf einem guten Weg: „Die guten Leistungen, die Absolventen der NMS an weiterführenden Schulen erbringen, belegen das.“

Trotz leichten Rückganges der Schülerzahlen im Mostviertel, können mit 1. September Junglehrer angestellt werden: 12 Sonderschulpädagogen und 15 Lehrer im Bereich Neuer Mittelschulen. „Vor allem das Teamteaching macht die Zugänge möglich“, sagt Hörndler.