Kinder am wichtigsten

Erstellt am 23. Februar 2015 | 12:06
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Foto: NOEN, Leo Lugmayr
Unter dem Motto "Windeln, Büro und Haushalt sowieso" hinterleuchtete eine Diskussion um Minister Karmasin Familienpolitik.

Beim Blick auf das Diskussionspodium hätte man den Eindruck gewinnen können, dass das Thema Familie reine Frauensache wäre. Denn unter den sechs Diskutantinnen, die vergangenen Mittwoch auf der Bühne des Kristallsaals geladen worden waren, war kein einziger Mann. Aber genau diesen Eindruck zu zerstreuen, dass nämlich Familie Frauensache wäre, hatten sich die Damen vorgenommen.

Kritikpunkt: Kein Mann am Podium

So war es auch Familienministerin Sophie Karmasin selbst, die bereits in ihrem Eröffnungsstatement zur Veranstaltung „Windeln, Büro und Haushalt sowieso“ den Waidhofner Gastgebern den Vorwurf nicht ersparen konnte, dass man gerade in dieser Diskussion Männer nicht aussparen sollte. Noch dazu hatten im prall gefüllten Saal - sicherlich auch durch Beteiligung der Schulen - deutlich mehr Männer als Frauen Platz genommen und auch bei den Wortmeldungen in der anschließenden Publikumsdiskussion dominierten die Männer.

In der Folge erörterte man tiefschürfend Themen aus der Familien- und Jugendpolitik. Neben der Ministerin hatten Familienstadträtin Beatrix Cmolik, die Geschäftsstellenleiterin des AMS Waidhofen Inge Bukovsek, die Amstettner Mediatorin und Unternehmerin Elisabeth Lenhardt (Bezirksvorsitzende „Frau in der Wirtschaft“) und die Volksschullehrerin Agnes Mildner-Zeidlhofer bei der moderierenden Gemeinderätin Ulrike Bauer Platz genommen. Um sich einen Überblick über die Kinderbetreuungseinrichtungen der Stadt zu verschaffen, hatte Karmasin zuvor bereits den Kindergarten Pocksteinerstraße und die Kleinkindbetreuung „Zwergenschaukel“ besucht.

Familienfreundlichkeit in der Wirtschaft

Dass Kinder das Wichtigste in der Gesellschaft sind, darin war man sich am Podium einig, genauso wie in den Forderungen, dass die Verantwortung in den Familien gemeinsame Sache beider Elternteile ist und dass mehr Kinderbetreuungsangebot dringend nötig ist.

Aufhorchen ließ die Ministerin jedenfalls mit der von Untersuchungen untermauerten Behauptung, dass in Zukunft Familienfreundlichkeit im wirtschaftlichen Wettbewerb Europas ein bedeutender Standortvorteil sein kann. Den Vorwurf, dass sich in der Familienpolitik zu wenig bewege, ließ Karmasin nicht gelten. Mit dem Satz „Unser Ziel ist es, in zehn Jahren familienfreundlichstes Land Europas zu sein“, erntete sie viel Applaus.