Stadt reicht sich bei Kunstprojekt die Hände. Im Rahmen des Viertelfestivals schafft Angela Andorrer „Handscapes“ für den Schlosspark.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 24. Januar 2020 (05:09)
Künstlerin Angela Andorrer beim Neujahrsempfang mit den beiden Rauchfangkehrern Ernst Wührer (l.) und Jan Leyendecker (r.). Beim Empfang fotografierte sie bereits die ersten Handflächen.
Stadt

Die Handflächen der Waidhofner Bürger als Kunstwerk – dieses Projekt verwirklicht Künstlerin Angela Andorrer im Rahmen des Viertelfestivals Niederösterreich. Für diese „Handscape“ werden Handflächen fotografiert, freigestellt und anschließend wie ein Puzzle neu kombiniert. So vereinen sich die individuellen Handflächen jedes Einzelnen zu einer neuen, großen Landschaft – einer „Handscape“.

Eine „Handscape“ eines „Menschen aus Waidhofen, der ein Musikinstrument spielt“ wurde von Angela Andorrer bereits in den Sozialen Medien gepostet.
Andorrer

Bereits beim Neujahrsempfang der Stadt hat Andorrer erste Handflächen abgelichtet. Ein weiterer Fototermin ist am 3. April in der Stadtgalerie angedacht. Gedruckt wird dieses Kunstwerk dann auf einer großen Tafel, die permanent im Schlosspark aufgestellt werden soll. Unter der „Handscape“ steht eine Legende, in der das Projekt beschrieben wird.

Die Nachnamen der Bürger, die ihre Handflächen zum Projekt beigesteuert haben, werden wie Kartenbeschriftungen im großen „Handschaftsbild“ abgedruckt. Welche Handflächen und Namen in das große Kunstwerk inkludiert werden, entscheidet sich per Losentscheid.

Die Künstlerin Angela Andorrer wurde in Kanada geboren und studierte Kunst in Montreal, München und Wien. Heute ist sie mit ihrem Atelier in Klosterneuburg zu finden. Seit jeher beschäftigt sich die 50-jährige Tochter eines Kartografen und Antarktisforschers mit der Kartografie.

„Die ‚Handscape‘ spielt mit der Wahrnehmung, da diese Art Tafel als Landschaftspanorama codiert ist und sich erst bei näherem Hinsehen als ideelle Landschaft ‚outet‘. Damit definiert sie im Kopf des Betrachters den Begriff Landschaft und Karte neu“, sagt die Künstlerin. „Die Hände stehen mit ihrem Wegenetz stellvertretend für eine ideelle Kartografie, aus der sich das Leben herausbildet.

So wie die Hände der Kinder denen der Eltern und Großeltern ähneln und aus ihnen herauswachsen, verändert sich auch eine Landschaft im Laufe vieler Jahre.“

„Thematisiert die Verbundenheit“

Und dass dabei gerade Hände abgebildet werden, ist laut Andorrer kein Zufall: „Die Hand öffnet sich, gibt, nimmt, verbindet und wird zum Symbol, das Grenzen unabhängig von Alter, Geschlecht und Hautfarbe überwindet“, erklärt sie. „Die Waidhofner ‚Panorama-Handscape‘ thematisiert die Verbundenheit der Bewohner in Freude, Leid, Hoffnung – kurz, im Leben. Speziell in Zeiten wie diesen will ich mit Kunst positive Ideen von Frieden und Verbindung in die Welt setzen.“

Um die Handflächen auch mit Persönlichem zu unterfüttern, wird Angela Andorrer circa alle ein bis zwei Wochen in den Sozialen Medien (siehe unten) ein neues Bild einer Hand inklusive einer Geschichte eines Waidhofners posten.