Ärzte können nicht alle Dienste an Wochenende abdecken. Bereitschaft ab 1. Juli freiwillig. Mediziner können im Sprengel nicht alle Dienste an Wochenenden und Feiertagen abdecken.

Von Andreas Kössl. Erstellt am 19. Juni 2019 (04:55)
Kössl
Der Waidhofner Allgemeinmediziner Gerhard Gattringer möchte mit seinen Kollegen den Bereitschaftsdienst im Sprengel weiter sicherstellen. Über den Sommer werde es jedoch zu Lücken kommen, kündigt er an.

Fünf Hausärzte wechseln sich derzeit in Waidhofen und Böhlerwerk mit dem Bereitschaftsdienst ab. Ab 1. Juli wird es diese ärztliche Versorgung im Sprengel jedoch nicht mehr an allen Wochenenden und Feiertagen geben.

Grund dafür ist eine Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs vom Februar, nach der Ärzte mit Kassenvertrag zum Bereitschaftsdienst nicht verpflichtet seien. Vor zwei Wochen einigten sich Ärztekammer, Gebietskrankenkasse und Land NÖ nun auf eine Neuregelung des Bereitschaftsdienstes.

„Ein zentraler Punkt dabei ist die Freiwilligkeit“, sagt der Waidhofner Allgemeinmediziner Gerhard Gattringer. „Kein Kollege ist zu diesem Dienst verpflichtet.“ Fakt sei, dass die praktischen Ärzte immer weniger werden, führt Gattringer aus. Während man sich die Bereitschaftsdienste im Sprengel vor drei Jahren noch zu sechst aufgeteilt habe, sei man nun nur noch zu fünft. Zudem falle nun ein Arzt umständehalber länger aus. Man sei im Sprengel jedoch bestrebt, die Wochenend- und Feiertagsdienste auf freiwilliger Basis weiter durchzuführen, sagt der Mediziner. „Während der Urlaubszeit werden wir aber sicher nicht alle Dienste bereitstellen können.“

„Die medizinische Versorgung im Gebiet ist aber natürlich trotzdem weiter gesichert und bricht nicht zusammen“Allgemeinmediziner Gerhard Gattringer

Das erste Juliwochenende ist derzeit besetzt, für das zweite gibt es vorerst aber noch keinen Bereitschaftsdienst. „Die medizinische Versorgung im Gebiet ist aber natürlich trotzdem weiter gesichert und bricht nicht zusammen“, hält Gattringer fest. Er verweist auf die Ambulanz im Landesklinikum sowie den Notruf 141. Dabei sondiert eine zentrale Stelle vor, welche Hilfe ein Anrufer benötigt und schickt je nach Bedarf Arzt oder Rettung hin.

Gattringer sieht nun Ärztekammer und Gebietskrankenkasse bei den Bereitschaftsdiensten weiter gefordert. „Ich glaube, dass es bis Herbst eine Lösung geben wird“, meint er. „Im Gespräch ist, dass auch Wahlärzte eingeladen und eingebunden werden. Und auch über eine Sprengelzusammenlegung wird diskutiert – auch wenn ich das für keine ideale Lösung halte.“