Waidhofen an der Ybbs

Erstellt am 13. Februar 2019, 04:23

von Andreas Kössl

Arbeitslosigkeit stieg an. Winter und Betriebsschließungen sorgen im Jänner im Ybbstal für einen Anstieg der Arbeitslosigkeit um 13,9 Prozent. Große Nachfrage nach freigesetzten Fachkräften.

AMS-Leiterin Anita Prüller ist zuversichtlich, dass die Arbeitslosigkeit nach dem Winter wieder sinkt.  |  Kössl

Gegen den landesweiten Trend hat sich die Arbeitslosigkeit Anfang des Jahres im Ybbstal entwickelt. Während niederösterreichweit die Zahl der als arbeitslos vorgemerkten Personen um 3,6 Prozent sank, verzeichnet man am AMS Waidhofen mit Ende Jänner einen Anstieg der Arbeitslosigkeit um 13,9 Prozent. In Summe waren mit Monatsende 662 Personen – 203 Frauen und 459 Männer – ohne Job. Das sind um 81 mehr als im Dezember des Vorjahres.

„Diese Steigerung bedeutet leider einen Spitzenwert beim Anstieg der Arbeitslosigkeit in Niederösterreich“, bedauert AMS-Geschäftsstellenleiterin Anita Prüller. Dafür verantwortlich seien neben dem Winter die Betriebsschließungen der Unternehmen Holzco (Hollenstein) und Löbersorg (Waidhofen), führt die AMS-Chefin aus. Insgesamt 33 Personen mussten infolgedessen Arbeitslosigkeit anmelden.

„Die Nachfrage nach diesen freigesetzten Dienstnehmern ist seitens der umliegenden Betriebe aber groß, zumal es sich überwiegend um gut ausgebildete Fachkräfte handelt“, hält Prüller fest.

331 Personen haben Wiedereinstellzusage

Von den in Summe 662 arbeitslos vorgemerkten Personen besitzen 331 eine Wieder- bzw. Einstellzusage. „Ich gehe also davon aus, dass wir nach der Winterarbeitslosigkeit wieder auf einen niedrigen Wert der Arbeitslosigkeit kommen“, ist die AMS-Chefin optimistisch. Bei den Stellenangeboten gibt es gegenüber dem Jänner 2018 nur ein kleines Minus von 1,9 Prozent, was in absoluten Zahlen fünf Stellenangeboten entspricht.

Als eine große Herausforderung für das Jahr 2019 sieht Waidhofens AMS-Leiterin Prüller die Qualifizierung von arbeitslosen Personen mit Pflichtschulabschluss. In den Fokus werde man aber auch die Frauenförderung rücken, da hier sehr oft Mobilität und Kinderbetreuung ein Vermittlungshemmnis darstellen würden.

Weitere Schwerpunkte möchte die AMS-Chefin im noch jungen neuen Jahr auf die Vermittlung und Unterstützung von am Arbeitsmarkt benachteiligten Personen, wie Älteren, gesundheitlich Beeinträchtigten und Personen mit Migrationshintergrund, legen. „Ich sehe derzeit noch keinen Grund für Pessimismus“, sagt Prüller. „Wir werden aber trotzdem alle uns zur Verfügung stehenden Mittel zur Unterstützung für die Integration in den Arbeitsmarkt nützen.“