Bauernbund und UBV treten fix an. Im Kammerbezirk Waidhofen stellen sich Bauernbund und Unabhängige Bauern der Kammerwahl. Abgabefrist für Listen ist am 17. Februar.

Von Andreas Kössl. Update am 16. Februar 2020 (04:34)
Waidhofens Vizebürgermeister Mario Wührer bestreitet die Wahl als Bauernbund-Spitzenkandidat.
Kössl

Am Sonntag, 1. März, wählen Niederösterreichs Bauern auf Landes- und Bezirksebene ihre Interessensvertretung. Die Landeslandwirtschaftskammer wird ebenso wie die einzelnen Bezirksbauernkammern neu gewählt.

Im Kammerbezirk Waidhofen stellen sich fix wieder die zwei derzeit in der Kammer vertretenen Fraktionen der Wahl. Dies sind der ÖVP-Bauernbund, der derzeit bei 19 Mandaten hält, und der Unabhängige Bauernverband (UBV), der mit fünf Sitzen vertreten ist.

Für den Bauernbund führt im Teilbezirk Waidhofen Kammerobmann Mario Wührer ein 48-köpfiges Team als Spitzenkandidat in die Wahl. Der Waidhofner Vizebürgermeister ist im Vorjahr dem Hollensteiner Klaus Hirner als Obmann der Waidhofner Bauernkammer nachgefolgt. Seit der letzten Wahl war der Windhager als Vertreter des Kammerbezirks auch in der Landeslandwirtschaftskammer tätig. Um diese Funktion bewirbt er sich nun nicht mehr. An seiner Stelle tritt aus dem Kammerbezirk der Sonntagberger Gregor Übellacker an. Die NÖN berichtete.

Auch der Unabhängige Bauernverband stellt sich wieder der Bauernkammerwahl – dieses Mal jedoch ohne die FPÖ-Bauern. In Waidhofen ist wieder Hubert Buchinger Spitzenkandidat.
UBV

Auch der Unabhängige Bauernverband (UBV) geht im Kammerbezirk 2020 wieder ins Rennen. Der UBV zog vor zehn Jahren im Zuge der Milchpreisdiskussion mit fünf Sitzen in die Bezirksbauernkammer ein. Die ÖVP-Bauern mussten damals vier Mandate abgegeben. 2015 tat man sich für die Wahl mit den FPÖ-Bauern zu den Freiheitlichen Bauern (FB) zusammen, um einen Sitz in der Landeslandwirtschaftskammer zu bekommen. Der Mandatsstand blieb unverändert, einen Landeskammerrat stellte man jedoch nicht, obwohl UBV-Bezirksbauernkammerrat Hubert Buchinger aus St. Georgen/Klaus auf der Landesliste der Freiheitlichen Bauern an zweiter Stelle gereiht und die Wahlgemeinschaft als großer Wahlsieger aus der Wahl hervorgegangen war. Buchingers Name schien jedoch auf der Wahlkreisliste der FB nicht auf, was aber Voraussetzung für ein Mandat auf Landesebene gewesen wäre.

Buchinger wieder Spitzenkandidat

Ebenso wie Buchinger ging es dem an vierter Listenstelle gereihten UBV-Kandidaten Erwin Netzl. Da den beiden UBV-Kandidaten deshalb keine Mandate für die Vollversammlung der Landeslandwirtschaftskammer zugewiesen werden konnten, rückten die FPÖ-Vertreter nach. Der Verdacht, dass die Freiheitlichen Bauern die UBV-Kandidaten über den Tisch gezogen hätten, stand im Raum. Während der Bauernbund Wählertäuschung ortete, nahm der UBV den Fehler auf seine Kappe.

2020 kandidiert man nun wieder alleine. Das gab der UBV kürzlich bekannt. Das Wahlbündnis mit den FPÖ-Bauern habe sich als „nicht wirklich gut wie vorteilhaft“ erwiesen, heißt es in einer Aussendung. Dem Wunsch der Freiheitlichen Bauern nach einer Fortsetzung des Wahlbündnisses sei eine klare Absage erteilt worden. Die Kooperation stuft man seitens des UBV mittlerweile als Fehler ein.

Als Spitzenkandidat für den UBV im Bezirk geht wieder Hubert Buchinger aus St. Georgen/Klaus ins Rennen, Spitzenkandidat auf Landesebene ist der Biobauer, Zimmermeister und Unternehmer Herbert Hochwallner aus St. Peter/Au.

Im Jahr 2015 stellten sich neben dem UBV und dem Bauernbund auch die SPÖ-Bauern der Wahl. Bei der kommenden Wahl werden die SP-Bauern jedoch nicht mehr antreten, da man die erforderlichen Unterstützungserklärungen nicht schaffte.

Ob noch weitere Listen antreten werden, stellt sich bis 17. Februar heraus – dann ist nämlich der Abgabeschluss für die Wahllisten.