Begegnungsraum für den Hohen Markt. Stadt mietet ehemaliges Modegeschäft für fünf Jahre an. Opposition fehlt Vorab-Information. Nur WVP und SPÖ-Hofer dafür.

Von Andreas Kössl. Erstellt am 26. Juni 2019 (04:56)
Kössl
In den Räumlichkeiten des ehemaligen Cecil am Hohen Markt soll ab Anfang September ein offener Begegnungsraum installiert werden.

Um 600 Euro monatlich mietet die Stadt die Räumlichkeiten des ehemaligen Modegeschäfts Cecil am Hohen Markt für fünf Jahre an. Das wurde in der Gemeinderatssitzung am Montag beschlossen. In dem 88 Quadratmeter großen einstigen Verkaufsraum soll der Begegnungsraum „vis-a-vis“ entstehen. Anfang September möchte man in Betrieb gehen.

Realisiert werden soll das Projekt in Kooperation mit der Diözese St. Pölten. Die Betreuung soll Roswitha Bramauer übernehmen. Die ehemalige Pastoralassistentin und engagierte Flüchtlingshelferin präsentierte am Montag den Waidhofner Mandataren ihr Konzept für diesen offenen Begegnungsraum. Neben festen Öffnungszeiten, bei denen Bramauer als Ansprechpartnerin fungiert, soll der Raum auch von verschiedensten Initiativen genutzt werden können.

Bramauer stellte etwa ein „Sprach-Café“, in dem Flüchtlinge ihre erlernten Deutschkenntnisse anwenden können, in den Raum. Auch die Initiative Frauenzimmer oder die Nähwerkstatt des Vereins spür.sinn sollen hier einen fixen Platz finden, kündigte Bürgermeister Werner Krammer (WVP) an.

„Das ist ein schönes Projekt, um das Miteinander zu fördern“, sagte der Stadtchef. „Wir wollen damit einen Raum für Begegnungen unterschiedlicher Kulturen, aber auch zwischen den Generationen zur Verfügung stellen und gleichzeitig eine weitere Maßnahme zur Belebung des Stadtteils setzen.“ Realisiert werden soll das Projekt im Rahmen der Stadterneuerung. Angedacht ist, dass Bramauer über die Diözese angestellt wird. Fix ist das allerdings noch nicht.

„Wir wollen einen Raum für Begegnungen zur Verfügung stellen und eine Maßnahme zur Belebung des Stadtteils setzen.“Stadtchef Werner Krammer

Obwohl sowohl SPÖ als auch Liste FUFU, Grüne und UWG das Projekt grundsätzlich guthießen, enthielten sie sich der Stimme. Ihnen stieß sauer auf, dass der Punkt in keinem Ausschuss vorbesprochen worden sei. Die FPÖ ging kommentarlos nicht mit. Lediglich SPÖ-Gemeinderat Fritz Hofer scherte aus der Parteilinie aus und beschloss den Tagesordnungspunkt mit der WVP.

Zuvor forderte SPÖ-Obmann Armin Bahr aus oben genanntem Grund, den Punkt von der Tagesordnung zu nehmen. Daraus entspann sich ein kurzer Disput: WVP-Bürgermeister Werner Krammer verwehrte sich gegen den Vorwurf, nicht informiert zu haben. Er habe zu einem interfraktionellen Gespräch geladen, dieses aber abgesagt, weil nur FUFU-Stadtrat Martin Dowalil zugesagt habe. Das wiederum ließ SPÖ-Vizebürgermeister Martin Reifecker nicht gelten: Der Einladung sei keine Tagesordnung angefügt gewesen, meinte er.

Möblierung nach Beneder-Konzept

Einstimmig angenommen wurde hingegen ein weiterer Tagesordnungspunkt zum Hohen Markt: Um 25.000 Euro soll Material für die Möblierung des Stadtteils nach dem Konzept von Architekt Ernst Beneder angekauft werden. Radständer sind ebenso vorgesehen wie Sitzbänke oder Bepflanzungselemente.

Einstimmig mitbeschlossen wurde ein Zusatzantrag von UWG-Mandatar Michael Elsner. Um die Bevölkerung einzubinden, sieht dieser vor, zuerst Prototypen der Elemente herzustellen und diese bei einem Markttag zu präsentieren. Das Feedback soll dann in Detailplanung und Standortwahl einfließen.

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