Ein Plädoyer für Europa von EU-Gemeinderätin Sattler. EU-Gemeinderätin Julia Sattler (WVP) ruft zum Urnengang auf. FPÖ-Kritik an Facebook-Posting.

Von Andreas Kössl. Erstellt am 22. Mai 2019 (03:06)
privat
Für Waidhofens EU-Gemeinderätin Julia Sattler ist die EU das größte Friedensprojekt der Welt.

Am Sonntag, 26. Mai, wird das Europäische Parlament neu gewählt. Mit einem Plädoyer für Europa meldet sich eine Woche davor Waidhofens Europa-Gemeinderätin Julia Sattler zu Wort. In ihrer Funktion ist die WVP-Mandatarin in der Gemeinde Ansprechpartnerin, wenn es um Fragen der Europäischen Union geht.

„Ich sehe es als eine meiner Aufgaben, den Menschen die Skepsis zu nehmen, mit der die Europäische Union oft gesehen wird, und möchte ein paar Aspekte anführen, um die Bedeutung dieser europäischen Gemeinschaft zu veranschaulichen“, sagt Sattler.

„Wir spüren Europa auch im Kleinen, in fast allen Lebensbereichen – und ich weiß, dass viele damit ein Problem haben, Stichwort Pommes-Verordnung“

Julia Sattler

Die Klimakrise, Flüchtlingsbewegungen oder die Digitalisierung seien große Herausforderungen, hält Sattler fest. Als kleiner Staat habe man jedoch nur im Verbund eine Chance, Lösungen dafür mitzugestalten. „Wir spüren Europa auch im Kleinen, in fast allen Lebensbereichen – und ich weiß, dass viele damit ein Problem haben, Stichwort Pommes-Verordnung“, sagt die EU-Gemeinderätin. „Das hat aber nichts mit ‚Regulierungswahn‘ zu tun, sondern im konkreten Beispiel mit einem wichtigen Ziel: Die EU möchte Krebs besiegen.“

Auch regional sei die EU etwa über das LEADER-Programm sichtbar, führt die Mandatarin weiter aus und verweist auf Beta-Campus, Ybbstalradweg und Kinder-Uni. Der für sie wichtigste Aspekt sei aber, dass die EU das größte Friedensprojekt der Welt sei, meint Sattler. „Ein Leben ohne Krieg ist für unsere Generation schon so selbstverständlich geworden, dass wir die Notwendigkeit dieses geeinten Europas immer weniger erkennen. Ich möchte aber auch für meine Kinder, dass sie – so wie ich – nicht wissen, was es bedeutet, im Krieg zu leben.“

Obwohl sie Teil der WVP-Fraktion sei, wolle sie keine parteipolitische Werbung machen, stellt Sattler klar. „Sehr wohl möchte ich aber Werbung für die EU-Wahl und für alle proeuropäischen Kräfte machen.“

Auch auf Facebook postete die WVP-Mandatarin in der Vorwoche ein Plädoyer für Europa. Nachdem WVP-Bürgermeister Werner Krammer das Posting geteilt hatte, entspann sich eine lebhafte Diskussion im sozialen Netzwerk, bei der sich vor allem die Waidhofner FPÖ hervortat.

So stießen FPÖ-Stadtparteiobmann Dieter Bures die „Lobpreisungen“ und „Verherrlichungen“ der EU sauer auf und der ehemalige geschäftsführende Waidhofner FPÖ-Bezirksparteiobmann Josef Gschwandegger meinte, man stünde ohne EU viel besser da.

„Eine Ansicht haben die FPÖ-Sympathisanten, die mich für mein Facebook-Posting kritisiert haben, und ich gemeinsam: Vieles in der EU ist nicht perfekt. Nur bin ich an der Weiterentwicklung der EU und die FPÖ an ihrer Zerstörung interessiert“, meint Sattler dazu.