FPÖ-Gemeinderat Knoll: „Wir wollen dazugewinnen“

FPÖ-Gemeinderat Karl-Heinz Knoll über die anstehende Gemeinderatswahl, Corona, Mobilität, Innenstadt und Glasfaserausbau.

Erstellt am 22. Oktober 2021 | 06:28
440_0008_8207620_ybb42wai_knoll_2.jpg
Waidhofens FPÖ-Fraktionsobmann Karl-Heinz Knoll wird bei der anstehenden Gemeinderatswahl, die wahrscheinlich Ende Jänner 2022 über die Bühne geht, als Spitzenkandidat seiner Partei ins Rennen gehen.
Foto: Kössl

NÖN: Werden Sie bei der Gemeinderatswahl 2022 wieder für die FPÖ kandidieren?

Karl-Heinz Knoll: Ja, selbstverständlich.

Bei der letzten Wahl ist Patrick Schmidtkunz als FPÖ-Spitzenkandidat angetreten. Kurz nach der Wahl hat er sich allerdings wieder zurückgezogen. Werden Sie dieses Mal selbst auf Listenplatz eins stehen?

Knoll: Ja.

Stimmt es, dass Ihr FPÖ-Kollege im Gemeinderat, Dieter Bures, nicht mehr antreten wird? Wer wird dann auf der FPÖ-Liste stehen?

Knoll: Es stimmt, Dieter Bures tritt nicht mehr an. Es gibt auch schon ein kleines Team. Josef Gschwandegger wird etwa wieder mit dabei sein. Neu im Team haben wir Richard Thunshirn und Bernhard Ritt, einen selbstständigen Tischler. Wir sind aber dabei, noch weitere Kandidaten zu suchen. Momentan sind wir sehr männerlastig, wir wollen aber auch gerne Frauen im Team haben. Bis jetzt hat sich aber noch keine gefunden.

Bei der letzten Wahl hat die FPÖ ein zweites Mandat dazugewonnen. Wie lautet Ihr Wahlziel für die anstehende Wahl?

Knoll: Wir wollen natürlich wieder dazugewinnen. Es wäre super, wenn wir uns verdoppeln könnten. Aber es wäre auch schon schön, wenn wir ein Mandat dazubekommen, weil wir dann in den Ausschüssen mehr Mitsprache hätten.

Kommen wir zur Corona-Pandemie: Die FPÖ setzt derzeit darauf, die Impfskeptiker anzusprechen. Werden Sie diese Strategie auch in Waidhofen verfolgen?

Knoll: Für mich geht es da weniger um Impfskepsis als vielmehr darum, dass die freie Entscheidung bleiben soll. Momentan gibt es zwar noch keinen Impfzwang, für Menschen, die sich – aus welchen Gründen auch immer – nicht impfen lassen, wird es aber immer schwieriger, am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Das schnelle Testen geht nicht mehr.

FPÖ-Parteichef Herbert Kickl hat zuletzt vielfach gegen das Impfen gewettert. Wie stehen Sie persönlich zur Impfung?

Knoll: Herbert Kickl wettert nicht gegen das Impfen, sondern gegen den Impfzwang und die Corona-Maßnahmen. Ich selbst bin geimpft, auch weil ich viel im Gesundheitswesen unterwegs bin. Für mich war das nicht das große Thema.

Können Sie die vielfach herrschende Impfskepsis nachvollziehen?

Knoll: Auf alle Fälle! Schließlich gibt es keine Langzeitstudien. Die Politik muss einfach akzeptieren, dass diese Leute sich nicht impfen lassen wollen. Die Corona-Maßnahmen gehören aufgehoben.

Kommen wir zu Waidhofen und zum Thema Mobilität. Hier wurde zuletzt viel gemacht. Was ist gut und wo gibt es Verbesserungsbedarf?

Knoll: Positiv sind sicher die Elektrobusse in den Ortsteilen und die E-Scooter, die vor allem von der jüngeren Generation gut angenommen werden. Eine Katastrophe ist jedoch die Verkürzung der Citybahn. Die Erhaltung dieser Bahn wäre so wichtig gewesen. Einen Radweg gibt es eh schon auf der Zell. Wenn nun in Kreilhof Betriebsgründe entstehen, dann werden dort vielleicht auch Lehrlinge ausgebildet, die zum Arbeitsort kommen müssen. Nach der Umrüstung auf Akkubetrieb hätten wir ein modernes Verkehrsmittel gehabt, um das neue Betriebsgebiet aufzuschließen. Ganz schrecklich finde ich auch, dass man die Schienen jetzt wegreißt und Waidhofen für diesen Abriss auch noch zahlen muss. Da hat der Herr Bürgermeister schlecht verhandelt.

Wie sehen Sie die Begrünungs- und Verschönerungsmaßnahmen in der Innenstadt?

Knoll: Die Bäume, die nun am Freisingerberg kommen werden, sind von der Idee her nicht schlecht. Wenn man sich jetzt aber anschaut, wie viele zigtausend Euro bei dieser Baustelle vergraben wurden, muss man sich schon fragen, wie sinnvoll das ist und ob die Kosten dem Aufwand entsprechen.

Im letzten freiheitlichen Gemeindekurier haben Sie die Pflastersanierung kritisiert. Was stößt Ihnen da auf?

Knoll: Das Pflaster wird nie intakt sein. Da wurde unter Altbürgermeister Mair eine falsche Entscheidung getroffen. In vielen Altstädten wurde das besser gelöst. Da wurde der Rand gepflastert, die Fahrbahn aber asphaltiert. Die Pflasterlösung ist also zu überdenken.

Wo gibt es noch Handlungsbedarf in Waidhofen?

Knoll: Es gibt viele kleine Sachen. So bräuchte es etwa eine ausgewiesene Ladezone am Oberen Stadtplatz, damit die Lkw, wenn Wochenmarkt ist, nicht mitten auf der Fahrbahn halten müssen.

Das Verkehrschaos in der Innenstadt an den Markttagen, das Sie ansprechen, liegt ja auch daran, dass alle mit dem Auto in die Stadt fahren. Gibt es vielleicht einfach zu viele Pkw in der Innenstadt?

Knoll: Es gibt rund um die Stadt genug Möglichkeiten zu parken. Die Autos aus der Innenstadt auszusperren, wäre aber der völlig falsche Weg. Dann wird irgendwo anders hingefahren und eingekauft. Unser Einkaufszentrum ist die Innenstadt und die soll so leicht wie möglich erreichbar sein.

Sie haben im Gemeinderat gegen die Gründung der neuen Gesellschaft zum weiteren Glasfaserausbau gestimmt. Warum?

Knoll: Weil es schon genug Gesellschaften gibt, die sich um den Glasfaserausbau kümmern, und der große Kopf darüber ist das Land NÖ. Ich brauche aber nur eine Gesellschaft, die das macht, und fertig. Das Land NÖ hat das Ybbstal zur Pilotregion für den Glasfaserausbau erklärt. Wenn ich dann scheitere, muss ich mich fragen, wer im Land ist dafür verantwortlich. Als Bürgermeister stehe ich da jeden Tag bei der zuständigen Landesrätin und sage: „Grabt endlich!“ Da gehört Druck aufgebaut.

Mit welchen Themen will sich die FPÖ im Gemeinderatswahlkampf von den anderen Parteien abheben?

Knoll: Ein zentrales Anliegen ist die Budgetdisziplin. Die Kon trolle, welche die FPÖ hier ausübt, ist sehr wichtig. Wenn wir gestärkt werden, könnten wir noch viel mehr Kontrollmechanismus ausüben. Für mich wäre der Posten des Kontrollausschussobmanns in der nächsten Gemeinderatsperiode erstrebenswert, nachdem Michael Elsner ja nicht mehr antritt.