Frischling überraschte Wanderer am Buchenberg

Erstellt am 06. Oktober 2022 | 12:05
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Wanderer trafen am Buchenberg auf junges Wildschwein. Tier gehört zum Tierpark. Es muss hinter eine doppelte Umzäunung.

Es war Mitte August, als zwei Wanderern am Buchenberg bei den Schwammerlkästen ein junges Wildschwein entgegenkam. Die beiden Waidhofner reagierten vorsichtig, denn obwohl Wildschweine grundsätzlich sehr friedliche Tiere sind und Menschen meiden, kann eine Begegnung mit einem Frischling gefährlich werden, wenn das Muttertier, die Bache, dabei ist und Angst um ihr Junges hat. Das junge Wildschwein sei sehr zutraulich gewesen und ihnen gefolgt, berichten die beiden Wanderer gegenüber der NÖN. Nur schwer habe es sich abschütteln lassen.

Am vorvergangenen Sonntag tauchte dann beim Wandertag der Freiwilligen Feuerwehr Wirts wieder ein Frischling auf. Bei der Labestelle am Buchenberg zeigte das kleine Wildschwein keinerlei Berührungsängste zu den Wanderern.

Vizebürgermeister Mario Wührer, für die Agrar- und Forstagenden in Waidhofen zuständig, beruhigt: Für Naherholungssuchende am Buchenberg bestehe keine Gefahr, der Frischling sei nicht mit der Bache unterwegs, das Tier dürfte aus dem Tierpark Buchenberg ausgekommen sein. „Wir haben Tierparkbetreiber Andreas Plachy darauf hingewiesen, dass er das besser in den Griff bekommen muss und schauen soll, dass keine Tiere mehr auskommen“, sagt Wührer. „Wenn sich die Wildschweine nämlich vermehren, haben wir ein Pro blem.“ Dass im Tierpark Buchenberg überhaupt Wildschweine gehalten werden, habe er gar nicht gewusst, hält Wührer fest. „Wir haben im Tierpark ein zahmes kleines Wildschwein, das vor einiger Zeit jemand bei uns abgegeben hat und das wir dann aufgezogen haben“, berichtet Tierparkbetreiber Andreas Plachy. „Dieses Wildschwein ist wie ein zahmer Hund und im Tierpark bei den Haustieren untergebracht. Es ist auch nur am Tierparkareal unterwegs“, hält Plachy fest. „Ab und zu geht es ein wenig spazieren. Es ist aber sicher nicht ausgekommen.“

Tierpark Buchenberg darf Wildschweine halten

Da es bislang im Tierpark Buchenberg keine Wildschweine gab, wurde Amtstierarzt Georg Six eingeschaltet. Er führte einen Lokalaugenschein durch. Gefahr in Verzug sieht er nicht. „Grundsätzlich ist der Tierpark Buchenberg von der Kategorie her dazu berechtigt, Wildschweine zu halten“, sagt Six.

Bei der Frage, wie es zu halten sei, komme die Schweinepestverordnung zum Tragen. Diese sieht vor, dass Schweine doppelt umzäunt gehalten werden müssen, damit sie keinen Kontakt zu freilaufenden Schweinen haben und sich mit der Schweinepest infizieren können. „Darauf habe ich An dreas Plachy hingewiesen“, sagt Six. „Solange das Schwein klein ist und mit den anderen Schweinen mitläuft, sehe ich kein Problem. Mit zunehmender Größe könnte es aber Pro bleme geben. Ich werde beobachten, wie sich das entwickelt.“