Happy End: Luchsjunges wieder mit Mutter vereint

Erstellt am 25. Oktober 2018 | 05:00
Lesezeit: 3 Min
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
440_0008_7408285_ybb43wai_luchse.jpg
Glücklich wieder vereint: Luchsmutter Cleo und ihr Junges Simba sind nun vorübergehend im Tierpark Haag untergebracht.
Foto: Herbert Stoschek
Luchsjunges Simba kehrte zu Rehriss zurück und tappte in Lebendfalle. Es wurde zu Mutter Cleo in den Tierpark Haag gebracht.

Ein Happy End gibt es im Fall der beiden Ende Juli aus dem Tierpark Buchenberg entlaufenen Luchse. Beide Tiere konnten nun eingefangen werden. Nachdem Luchsweibchen Cleo am Samstag vor einer Woche narkotisiert und eingefangen werden konnte – die NÖN berichtete – tappte sein Junges in der Nacht von Samstag auf Sonntag am Glatzberg in eine Lebendfangfalle, die man an derselben Stelle, an der das Muttertier narkotisiert worden war, aufgestellt hatte.

Der städtische Jagdverwalter Peter Stattmann fand das fünf Monate alte Luchsjunge am Sonntag gegen 7.30 Uhr in der mit Fleisch bestückten Falle in der Nähe des Bauernhauses Obergrasberg. Nachdem man Luchsmutter Cleo erwischt hatte, verlief die Suche nach Simba auf Hochtouren. Das Gebiet um den Rehriss wurde mittels Wildkameras intensiv überwacht und Lebendfangfallen wurden aufgestellt. Der Plan ging auf: Auf der Suche nach Nahrung kehrte das Luchsjunge zurück.

Luchs Buchenberg
Foto: Herbert Stoschek

„Aus einer anderen Falle ist der junge Luchs schon einmal durch das Netz wieder entwischt“, berichtet Jagdverwalter Peter Stattmann. „Deshalb habe ich nun eine Stahlfalle aufgestellt und in diese einen Hirschrücken von der Fleischhauerei Kainrath reingelegt.“ Dem konnte der junge Luchs nicht widerstehen. „Das Tier ist wohl genährt und schon ganz schön groß“, sagt Stattmann. „Es geht ihm gut. Ich bin mit dem Luchsjungen dann gleich nach Haag gefahren.“

Im Tierpark Haag wurde Simba dann wieder mit seiner Mutter Cleo vereint. Die Begrüßung sei sehr herzlich ausgefallen, berichtet Haags Tierparkleiter Karl Auinger. „Als wir das Tier am Sonntagvormittag erhalten haben, haben wir es zuerst alleine in ein Gehege gegeben und dann erst den Schieber zu dem Gehege, in dem sich die Mutter befindet, aufgemacht. Das Muttertier ist sogleich zu ihrem Jungen, hat geschnurrt und es abgeschleckt.“

Cleo und Simba sind wohlauf und gut genährt

Beide Tiere seien wohlauf, sagt Auinger. „Der kleine Luchs ist in einem sehr guten körperlichen Zustand. Ich muss zugeben, dass ich das nicht erwartet habe. Ich hätte persönlich nicht geglaubt, dass das Junge die eine Woche ohne Mutter überlebt. Aber es ist offensichtlich immer wieder zu der Stelle zurückgekehrt, wo die Mutter das Reh gerissen hat und ist mit dem Fleisch dann die eine Woche durchgekommen.“ „Ich bin sehr froh“, sagt Bürgermeister Werner Krammer.

„Zum einen, weil der Buchenberg nun wieder uneingeschränkt begehbar ist, zum anderen, weil es nun doch innerhalb kürzester Zeit ein Happy End für den kleinen Luchs gegeben hat.“ Wo die beiden Luchse schließlich langfristig unterkommen werden, ist derzeit noch nicht klar. Gemeinsam mit dem Tierpark Haag und der Veterinärmedizinischen Universität Wien bemühe sich die Stadt derzeit darum, eine dauerhafte Bleibe für die beiden Tiere in einem geeigneten Tierpark zu bekommen. „Es handelt sich um zwei sehr schöne Tiere“, sagt Tierparkleiter Auinger. „Ich bin mir sicher, dass irgendwo in Europa Bedarf ist.“

Eine Wiederunterbringung am Buchenberg ist für Stadtchef Krammer kein Thema. Er plädiert stattdessen für eine Neuausrichtung des Tierparks am Waidhofner Hausberg ohne Luchse und Wölfe. Diesbezügliche Gespräche mit Tierparkleiter Andreas Plachy sollen demnächst folgen.

Umfrage beendet

  • Braucht der Tierpark Buchenberg Wölfe und Luchse?