Waidhofen an der Ybbs

Erstellt am 08. Dezember 2016, 04:48

von Julia Zacher

Zukunftsdenken mit Anerkennungspreis der Stadt belohnt. Seit 2010 organisiert das Team um „Mission: Wirtschaft 2050“ Vorträge zur Wirtschaft der Zukunft. Dafür gab es kürzlich den Anerkennungspreis der Stadt.

Das Organisationsteam 2016 von „Mission: Wirtschaft 2050“, Ben Raffetseder, Anton Pichler, Raphael Kössl, Manuel Wurzer, Jürgen Tatzreiter, Hermann Hackl, Manuel Teufl und Jakob Stockinger (v.l.).  |  Sabine Wieser

„Ein Sehr gut in Event-Management“ – diese Topnote bekamen Raphael Kössl, Jürgen Tatzreiter, Jakob Stockinger, Hermann Hackl und Matthias Röcklinger vor sechs Jahren attestiert. Das Lob kam im September 2010 von Christian Felber von ATTAC Österreich, dem ersten Redner des damaligen Maturaprojekts der Waidhofner HAK-Schüler, „Mission: Wirtschaft 2050“.

Im September 2016 erhielt das Team von „Mission: Wirtschaft 2050“ – mit neuem Mitglied Anton Pichler – für die nun seit Jahren als herbstlicher Fixpunkt etablierte Veranstaltungsreihe den Anerkennungspreis der Stadt Waidhofen in der Kategorie „Zukunft“.

„Der Preis hat uns überrascht und sehr gefreut. Er zeigt, dass das, was wir tun, auf Anerkennung stößt.“

Jürgen Tatzreiter

„Der Preis hat uns überrascht und sehr gefreut“, sagt Tatzreiter, der im Verein für Finanzen, Sponsoring und Recht zuständig ist. „Er zeigt, dass das, was wir tun, auf Anerkennung stößt.“

Dass die Vortragsreihe über Jahre mit so großem Erfolg ihre Fortsetzung finden würde, hätten sie 2010 nicht geahnt, erzählt Tatzreiter. Dabei ließen eigentlich schon die ersten Vorträge auf eine erfolgreiche Zukunft schließen: Neben Felber sprachen der damalige Wirtschaftsminister und jetzige Vizekanzler Reinhold Mitterlehner und WIFO-Ökonom Stephan Schulmeister über ihre Visionen für die Zukunft der Wirtschaft. Zu den Vortragenden der vergangenen Jahre zählten unter anderem auch ÖGB-Präsident Erich Foglar, der Waldviertler Unternehmer Heini Staudinger und der ehemalige EU-Kommissar Franz Fischler.

Die Bedeutung derartiger Veranstaltungen sieht Tatzreiter als größer denn je: „Durch Medien wird manchmal viel Unsinn verbreitet. Deshalb ist es gut, wenn die Leute zu solchen Vorträgen gehen und sich selbst ein Bild machen können.“

Bei der Auswahl der Vortragenden achten die Organisatoren daher besonders auf Ausgewogenheit, mit dem Ziel, dass an den jeweils drei Vortragsabenden pro Jahr unterschiedliche Perspektiven vertreten sind.

Vorbereitungen bereits in vollem Gange

Die Vorbereitungen für Herbst 2017 sind bereits in vollem Gange, erzählt Tatzreiter: Bereits jetzt werden mögliche Redner angeschrieben. „Für das nächste Jahr versuchen wir zum Beispiel, Bundeskanzler Kern als Vortragenden zu gewinnen“, verrät er. Ganz oben auf der Wunschliste steht schon seit 2010 auch Heinz Fischer, der aber bisher nie Zeit hatte. „Dieses Jahr probieren wir es wieder“, lacht Tatzreiter. „Wir fragen ihn so lange, bis er kommt.“

Seit einem Jahr ist das „Mission: Wirtschaft 2050“-Team auch als Verein organisiert. Über neue unterstützende Mitglieder freue man sich immer, sagt Tatzreiter: „Derzeit entwickeln wir ein Programm speziell für die Mitglieder, zum Beispiel mit kleineren Vorträgen.“ Mit einer Crowdfunding-Aktion, die in diesem Jahr ebenfalls als HAK-Maturaprojekt von Ben Raffetseder, Manuel Wurzer und Manuel Teufl erfolgreich durchgeführt wurde, ist nun eine neue „Generation“ von Maturanten an der Vortragsreihe beteiligt, denen man auch nach und nach die Organisation der Veranstaltungen übertragen wolle, so Tatzreiter: „Wir fünf werden das – weil uns durch Studium und Arbeit immer weniger Zeit bleibt – wohl nicht ewig machen.“

„Wir konnten viele Kontakte knüpfen"

Tatzreiter

Für die Organisatoren war und ist das Projekt nicht nur durch den Anerkennungspreis eine Bereicherung: „Wir konnten viele Kontakte knüpfen, haben zu manchen Vortragenden auch jetzt noch einen guten Draht.“ Der weitere Bildungsweg hat die HAK-Absolventen übrigens in die verschiedensten Studienrichtungen – von Publizistik bis Sportmanagement – geführt. „Nur der klassische BWL-Student ist nicht dabei“, schmunzelt Tatzreiter.

Für HAK-Maturanten, die aktuell an ihren Projekten tüfteln, hat er einen Tipp: „Man sollte etwas machen, was einem taugt. Mit so einem Projekt verbringt man viel Zeit – man muss sich damit identifizieren können und zu 110 % dahinterstehen.“