Diskussion um Film-Beteiligung und Stadtprojekt

Erstellt am 27. September 2017 | 04:00
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SPÖ-Vizebürgermeister (Martin Reifecker) regte im Gemeinderat einen Projektlenkungsausschuss für die Stadtentwicklung an. WVP-Stadtchef Werner Krammer nahm die Anregung gerne wahr.
Foto: Kössl
Opposition sieht finanzielle Beteiligung an Filmprojekt über Bene-Fabrik und Beauftragung von Architekt Beneder kritisch.

Zwei Tagesordnungspunkte sorgten in der Sitzung des Waidhofner Gemeinderats am Montag für längere Diskussionen.

So waren die Mandatare gespalten darüber, ob sich die Stadt mit 14.400 Euro an einem 50-minütigen Film über die alte Bene-Fabrik auf der Zell beteiligen solle. Die produzierende Filmgesellschaft möchte den fertigen Film unter dem Titel „Die Fabrik“ verschiedenen österreichischen und europäischen TV-Stationen zur Ausstrahlung anbieten.

Krammer: "Film soll Potenzial zeigen"

Die Stadt bekommt 2018 vorerst einen fünfminütigen Zusammenschnitt zur freien Verwendung. Laut Finanzstadtrat Peter Pfannenstill (WVP) werden die Dreharbeiten diesen Mittwoch beginnen, die Fertigstellung soll Ende des Jahres erfolgen. „Der Film soll zeigen, welches Potenzial die Stadt mit dem Bene-Areal hat“, wollte Bürgermeister Werner Krammer (WVP) das Projekt schmackhaft machen.

Gemeinderat Waidhofen/Ybbs
Foto: Kössl

Für Teile der Opposition erschloss sich der Nutzen nicht ganz. So wollte UWG-Mandatar Michael Elsner wissen, was die Stadt dafür zurückbekomme. FUFU-Stadtrat Martin Dowalil wies darauf hin, dass es sich um eine außerplanmäßige Ausgabe handle. Er bekrittelte, dass nicht bekannt sei, wo und wann der Film ausgestrahlt werde. „Die Dringlichkeit erschließt sich mir hier nicht ganz“, sagte Dowalil.

Unterstützung bekam er von FPÖ-Gemeinderat Karl-Heinz Knoll, der anregte, die Beteiligung an dem Projekt erst im Budget 2018 festzulegen. SPÖ-Vizebürgermeister Martin Reif-ecker wollte indes wissen, wer in dem Film die Hauptrolle spielen werde, die Stadt Waidhofen oder die Firma Bene? „Es geht ganz klar um den Stadtteil Zell und damit um Waidhofen“, antwortete der Bürgermeister. Man wolle sich an dem Projekt jetzt beteiligen, weil der Film eine gute Möglichkeit biete, den am Bene-Areal geplanten Zukunfts-Campus bekannt zu machen.

Gespaltene Meinung zu Film bei SPÖ

Nach einer Sitzungsunterbrechung wurde die Kostenbeteiligung an dem Film trotz Gegenstimmen von UWG, Grünen, FPÖ und Liste FUFU sowie den SPÖ-Mandataren Armin Bahr und Katharina Bauer beschlossen. SPÖ-Gemeinderätin Elfriede Kimeswenger enthielt sich der Stimme.

Gemeinderat Waidhofen/Ybbs
Foto: Kössl

Ebenfalls heftig diskutiert wurde die Beauftragung von Architekt Ernst Beneder mit der Überarbeitung seines Stadtprojekts aus dem Jahr 1992 um 51.936 Euro. Auch hier handelt es sich um eine überplanmäßige Ausgabe. Da man das Projekt jedoch im Rahmen der Stadterneuerung umsetzen möchte, erwartet man eine 50-prozentige Landesförderung.

Ihm fehle bereits der Überblick, wie viele Konzepte für die Innenstadt man in Auftrag gegeben habe, kritisierte UWG-Mann Elsner. „Irgendwann muss das ein Ende haben.“ FUFU-Stadtrat Dowalil stieß ins selbe Horn. „Immer kommt noch eine Studie. Dabei ist null Budget dafür da.“ Man könne nicht verschiedene Handlungsfelder in einen Topf werfen, entgegnete WVP-Stadtrat Pfannenstill.

"Brauchen Gesamtzusammenschau"

Ziel müsse es sein, all diese Konzepte zusammenzuführen, um die Stadt weiterzuentwickeln, sagte hingegen SPÖ-Vize Reifecker und regte dafür einen Projektlenkungsausschuss an. Er werde diese Anregung gerne annehmen, antwortete Stadtchef Krammer und stellte die Erstellung einer Strategiemappe, mittels derer sich ein Gesamtbild ergeben solle, in den Raum. Die Beauftragung von Architekt Beneder verteidigte er als logischen nächsten Schritt in der Stadtentwicklung: „Wir brauchen eine Gesamtzusammenschau.“

Letztendlich wurde die Beauftragung des „Stadtprojekts 2017“ von WVP, SPÖ und FPÖ beschlossen.