30 Jahre Dorferneuerung

Erstellt am 23. Februar 2015 | 11:23
Lesezeit: 3 Min
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
ybb09wai-dorferneuerung-windhag-2
Foto: NOEN, NÖ Dorferneuerung
Zahlreiche Projekte im Rahmen der NÖ Dorferneuerung haben in Windhag in den letzten Jahren dafür gesorgt, dass der Ort belebt wurde. Weitere Vorhaben sind angedacht.

Am Freitag vergangener Woche feierte die NÖ Dorferneuerung in Grafenegg mit einer festlichen Gala ihr 30-jähriges Jubiläum (siehe Landeszeitung auf Seite 29).

Eine Ortschaft, die mittlerweile zahlreiche Projekte im Rahmen der NÖ Dorferneuerung umgesetzt hat, ist die Waidhofner Katastralgemeinde Windhag. Einer der von Anfang an federführend daran beteiligt war, ist Engelbert Wagner.

„Unser Einstiegsprojekt haben wir vor fast 30 Jahren im Zuge der Verlagerung der Auffahrt nach Windhag umgesetzt“, berichtet Wagner, der 24 Jahre lang als Obmann des Dorferneuerungsvereins aktiv war. Im Zuge der Auffahrtverlegung wurden der Dorfplatz gepflastert und als Hauptprojekt der alte Pfarrstadl revitalisiert, indem eine Küche installiert und im Obergeschoß der Kindergarten, den es bis dato im Ortsteil nicht gab, eingerichtet wurde.

„Mit der Schaffung des Kindergartens ist es uns gelungen, junge Familien nach Windhag zu holen. Davor waren wir ein sterbendes Dorf“, sagt Wagner. Wesentlichen Anteil am Zuzug hatte aber natürlich auch die Siedlung im Ortsteil, zu der damals ebenfalls der Grundstein gelegt wurde und die mittlerweile 23 Häuser umfasst.

12.000 freiwillige Arbeitsstunden

In Folge wurde im Rahmen der NÖ Dorferneuerung gemeinsam mit dem Bundesdenkmalamt der Pfarrhof renoviert, im Rahmen der Fassadenaktion des Landes das örtliche Wirtshaus neu gestaltet und später ein Ballspielplatz errichtet. Auch für das Feuerwehrhaus und das Musikheim in seiner jetzigen Form bildet die NÖ Dorferneuerung das Fundament. Mit dem modernen Musikheim entstand auch ein völlig neuer Dorfplatz.

„Die Dorferneuerung hat Windhag mit Leben erfüllt“, sagt Wagner. Rund 12.000 freiwillige Arbeitsstunden seien von Dorferneuerungsverein, Pfarre, Musikverein und Feuerwehr für die Revitalisierung des Ortes aufgewendet worden. Mehrere Architekturpreise, darunter der europäische Dorferneuerungspreis, sind Beleg für dieses gelungene Unterfangen.

„Wir wurden damals durch die Gemeinde Ybbsitz auf die NÖ Dorferneuerung aufmerksam“, berichtet Wagner. „Damals lief das alles sehr unbürokratisch ab. Wenn wir ein Projekt hatten, fuhren wir nach St. Pölten und hatten meist innerhalb von sechs Wochen eine Zusage.“

Hervorragend sei stets die Zusammenarbeit mit dem Magistrat Waidhofen, dem Stift Seitenstetten, der Pfarre Windhag und dem Land NÖ gewesen, betont Wagner. „Aber ohne die Mitglieder im Verein wäre das alles niemals möglich gewesen. Es war eine tolle Zeit. Da ist etwas weitergegangen.“

Seit Ende 2012 lenkt der Windhager Josef Kogler als Obmann die Geschicke des Dorferneuerungsvereins Windhag. Davor war er schon einige Jahre als Stellvertreter aktiv. Auch unter Kogler konnten schon zahlreiche wichtige Projekte im Ort umgesetzt werden. So wurden etwa ein neuer Weg zwischen Siedlung und Pfarrhof geschaffen und eine neue Homepage kreiert, die das Vereinsleben aller 26 Vereine des Dorfes begleitet. „Es sind die kleinen Dinge, nicht die großen Projekte, die wir zuletzt verwirklichen konnten“, sagt Kogler. „Grundsätzlich sind wir ein sehr bodenständiger Verein. Wir setzen uns zusammen und beschließen, wer was macht – und das geschieht dann auch.“

Für die Zukunft hat man sich beim Dorferneuerngsverein einiges vorgenommen. So möchte man bald ein neues Wohnprojekt realisieren. Aber auch ein neuer Pächter für das Gasthaus ist ein großes Thema. „Im Ort findet viel Kommunikation im Wirtshaus statt. Deshalb ist dies auch so wichtig für Windhag“, sagt Kogler.