WVP verliert die Absolute, UWG und FUFU sind Sieger

Erstellt am 27. März 2012 | 00:00
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WAHLSONNTAG / Waidhofner Volkspartei spricht trotz Verlusten von einem „positiven Ergebnis“. SPÖ muss Schlappe verdauen, Grüne auch. Kein Höhenflug der FPÖ.
WAIDHOFEN / Mit einem Lächeln eilte Bürgermeister Wolfgang Mair die Treppen empor, um am Sonntagabend im großen Sitzungssaal des Rathauses das vorläufige Endergebnis zu verkünden. Der WVP-Stadtchef wirkte keinen Deut angeschlagen.

Dabei hatte seine Partei bei der Waidhofner Gemeinderatswahl gerade ihre über Jahrzehnte gefestigte absolute Mehrheit verspielt. Die Volkspartei verlor das entscheidende 21. Mandat (-3,14 Prozent) und hält nun bei 47,4 Prozent. „20 Mandate sind ein schöner Erfolg“, zeigte sich Mair in einer ersten Reaktion zufrieden, auch wenn ihn das Minus schmerzte.

Versteinerte Mienen gab es hingegen bei der SPÖ. Sie büßte zwei Mandate (-6,66 %) ein und landete unsanft bei 23,25 Prozent, nachdem sie bei den letzten beiden Wahlgängen 2002 und 2007 stets zugelegt hatte. Die Schlappe sei „dramatisch“ ausgefallen und „überraschend“ gekommen, sagte Vizebürgermeister und Spitzenkandidat Martin Reifecker. 10 Sitze entfallen im Gemeinderat nun auf die Sozialdemokraten. Einen Rücktritt schloss der SPÖ-Frontmann aus.

Bürgerlisten legen zu: FUFU und UWG im Aufwind

Eindeutige Wahlsieger waren die Bürgerlisten: Die UWG übertraf das Rekordergebnis aus dem Kubus-Wahlkampf 2007 erneut, gewann zwei Mandate und stellt nun sechs Gemeinderäte. 1.184 Wähler (+4,78 %) machten ihr Kreuzerl bei der Liste von Stadtrat Friedrich Rechberger. Gepunktet hat sie vor allem im ländlichen Raum. So konnte die UWG in St. Georgen/Klaus ihre Stimmen verdreifachen.

Für die größte Überraschung sorgte die Liste FUFU („Farblose Unabhängige Formierte Uniformierte“) von Martin Dowalil. Auf Anhieb erreichte die Protestbewegung 438 Stimmen und zwei Mandate (5,72 %). Dowalil, am Wahlsonntag in einer britischen Uniform mit „St. Pauli“-Aufnäher gewandet, kündigte an, auch bei Gemeinderatssitzungen in seiner Montur erscheinen zu wollen. Seine Aufwandsentschädigung will er spenden. „Vom Zuspruch der Bevölkerung bin ich überwältigt“, so der Politneuling.

Die Freiheitlichen hoben nicht zum Höhenflug ab, den Gemeinderat Karl-Heinz Knoll angekündigt hatte. Drei Mandate waren sein Ziel, er bleibt nach dem leichten Plus von 3,2 auf 3,88 Prozent aber weiterhin freiheitlicher Einzelkämpfer (1 Mandat). Die Grünen fielen von 5,54 auf 4,15 Prozent zurück. Ihnen bleibt eines der beiden Mandate, das Erich Abfalter besetzen wird.

Noch am Wahlabend kündigte Bürgermeister Wolfgang Mair „rasche Gespräche“ mit den anderen Parteien an. Fakt ist: Die WVP braucht nach dem Verlust der Absoluten einen oder mehrere Partner. Laut WVP-Parteichef Werner Krammer baue man auf eine „breite Koalition“. Eine „kleine Lösung“, um etwa mit Grün-Mandatar Abfalter auf 21 Sitze zu kommen, stehe derzeit nicht im Raum, so Krammer.
Die Oppositionsparteien wiederum kündigten fast geschlossen an, Mair zum Stadtchef zu wählen. Die konstituierende Gemeinderatssitzung wird bis Ende April stattfinden. Im Stadtsenat behält die WVP die Mehrheit. Sie stellt weiter 6 Mitglieder, die SPÖ 3 und die UWG einen Stadtrat.