Das bringt 2020: Einige Großbaustellen geplant. Von Baustelle Beta-Campus bis zum bezirksweiten Wasserverbund reichen Initiativen des Jahres.

Von Leo Lugmayr. Erstellt am 31. Dezember 2019 (03:52)

Das Jahr 2020 bringt in den Ybbstal-Gemeinden eine Reihe von Großprojekten auf Schiene.

Beta-Campus

Das Jahr 2020 steht in Waidhofen ganz im Zeichen der Entwicklung des Beta-Campus auf dem Areal der ehemaligen Firma Bene im Ortsteil Zell. Mit diesem Millionenprojekt, das sich in der Bauphase bis 2023 erstrecken wird, wird ein Leuchtturmprojekt Realität. Der Beta-Campus hat sich zum Ziel gesetzt, ein Ökosystem für generationenübergreifende Innovation, Kollaboration und Fachkräftesicherung aufzubauen und nachhaltig zu betreiben. In einem Stakeholderprozess wurden fünf Leistungsbereiche (Event & Erlebnis, Labor & Werkstatt, Coworking & Garage, Workshop & Innovation und Community & Netzwerk) definiert, die durch dieses Projekt auf- und ausgebaut sowie betrieben werden sollen. Erst im Dezember wurden dem Projekt von der Nationalstiftung für Forschung, Technologie und Entwicklung 400.000 Euro an Förderungen zugesprochen. Teile der alten Bene-Fabrik wurden bereits abgerissen. Im Frühjahr 2020 wird ein Architektenwettbewerb Klarheit in der Gestaltung des neuen Beta-Campusbereichs schaffen.

Radweg, Straße, Glasfaser

Als infrastrukturelles Großprojekt wird in Waidhofen die Verbindung von Stadt und Bachwirtsiedlung umgesetzt. „Straße, Radweg, Lichtwellenleiter und Wasserversorgung werden in einem Schritt realisiert“, sagt Straßenmeister Andreas Hirtenlehner.

Hochwasserschutz

Nach zahlreichen punktuellen Hochwasserschutzmaßnahmen entlang des Nothbachs, der Schwarzen Ois und der Kleinen Ybbs wird im Ybbsitzer Ortsteil Prolling im kommenden Jahr das erste große Rückhaltebecken realisiert. Beim Haus Groß-Moos wird ein entsprechender Damm errichtet. Das Rückhaltebecken soll nicht weniger als 400.000 Kubikmeter Wasser fassen können und bei Starkregenereignissen künftig die Wassermassen zurückhalten und den Ortskern vor Überschwemmungen besser schützen können. In einem nächsten Schritt soll ein Rückhaltebecken in Schwarzois in Angriff genommen werden. Die Gesamtinvestitionskosten belaufen sich auf 19,6 Millionen Euro.

Kraftwerksbau

In Ybbsitz stehen weitere Großbaustellen an. Mit Frühjahr wird der Neubau des in Gemeindebesitz stehenden Wasserkraftwerks Am Wöhr an der Kleinen Ybbs angegangen. Damit soll der Anteil an regenerativer Energie für den Eigenverbrauch in der Gemeinde zusätzlich zu einem Trinkwasser-Kleinkraftwerk und Fotovoltaikanlagen erhöht werden.

Sporthalle und Sporthaus

Viel Geld nehmen die Gemeinden Waidhofen und Ybbsitz zur Verbesserung ihrer Sportinfrastruktur in die Hand. Während in Waidhofen rund 8,1 Millionen Euro für die Generalsanierung der Sporthalle aufgewendet werden, investiert Ybbsitz mehr als 1,3 Millionen Euro in den Neubau eines Sporthauses am Fußballplatz. Weiters wird die Anbindung des Radweges Kleines Ybbstal von Ybbsitz bis Gstadt verbessert.

Mure Gallenzen

Im Oberen Ybbstal startet mit Winterende die Sanierung der Mure Gallenzen. Die Mure stellte in den vergangenen Jahren wiederholt ein Katastrophenrisiko dar. Gleichzeitig wird in Hollenstein der Hochwassserschutz an der Ybbs im Bereich des Ortszen trums, in Kleinhollenstein und beim Sportplatz ausgebaut.

Radrundweg

Ein touristisches Projekt der Eisenstraße wird 2020 angegangen. Die Radwegschleife von der Donau über das Vordere Ybbstal bis Lunz und von dort über das Kleine und das Große Erlauftal zurück zum Donauradweg wird geschlossen. Auf einem Teil der Strecke wird der Ötscherlandexpress als Nos talgiebahn über den Grubberg von Lunz nach Gaming geführt.

Wirtschaftspark

Große Ziele setzt sich die Region in der Erweiterung der Wirtschaftsparks und der Versorgung durch Glasfasertechnologie. So soll der Wirtschaftspark Ybbstal um Standorte in Waidhofen, Opponitz und Hollenstein erweitert werden. Glasfasertechnologie wird in den Pilotgemeinden weiter voran getrieben. Ab 2020 kommt Allhartsberg als Pilotgemeinde dazu. Die nötigen 40 Prozent an Interessierten wurden zuletzt erreicht.

Wasserversorgung

Die Städte Waidhofen und Amstetten sind bekannt für ihren Reichtum an qualitativ hochwertigem Trinkwasser. Diesen Reichtum möchte man nun in Versorgungssicherheit ummünzen. Geplant ist eine Ringversorgung für den Bezirk in Hinblick auf Gemeinden mit Wassermangel bei anhaltender Trockenheit. In einem ersten Schritt wird eine von Land NÖ und Bund finanzierte Studie erstellt. Sie erhebt den Bedarf sowie den Bestand an Leitungen und Hochbehältern. Vier erste Trinkwasserhochbehälter mit einem Fassungsvermögen von je 700 Kubikmetern werden 2020 bereits in Allhartsberg realisiert, wobei drei der Behälter vom Getränkehersteller Austria Juice gebaut werden. Auch wenn die Lage noch nicht prekär sei, wolle man handeln, bevor das Wasser knapp werde.

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