So wählen die Ortschefs

Erstellt am 30. November 2016 | 05:46
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Der Ybbsitzer Bürgermeister Josef Hofmarcher (ÖVP) kann sich mit Van der Bellen mehr identifizieren.
Foto: NOEN
Ybbstaler SPÖ-Bürgermeister klar für Van der Bellen. ÖVP-Ortschefs wollen sich großteils nicht deklarieren. Nur Ybbsitzer Bürgermeister bekennt sich zu Van der Bellen.

Alexander Van der Bellen oder Norbert Hofer – wen wählen die Ybbstaler Bürgermeister am kommenden Sonntag? Die NÖN hat nachgefragt.

In den Reihen der ÖVP-Führungsriege war man sich in dieser Frage zuletzt ja sehr uneins. Während Parteichef Reinhold Mitterlehner Alexander Van der Bellen als Bundespräsident bevorzugt, tat Klubchef Reinhold Lopatka seine Präferenz für Norbert Hofer kund. Im Ybbstal wollen die ÖVP-Ortschefs großteils nicht sagen, wem sie ihre Stimme am 4. Dezember geben werden.

„Bis jetzt war es immer so, dass jene, die eine Extrawahl verursacht haben, am Ende nicht gewonnen haben.“

Bürgermeister Anton Kasser

Lediglich der Ybbsitzer Bürgermeister Josef Hofmarcher sagte: „Mein persönlicher Weg und den Weg, den ich versuche als Bürgermeister zu gehen, ist jenem von Alexander Van der Bellen näher. Und so werde ich auch entscheiden.“ Zum Wahlausgang meint Hofmarcher: „Es herrscht derzeit eine sehr schlechte Stimmung in Bezug auf das Amt des Bundespräsidenten. Die Unzufriedenheit mit beiden Kandidaten ist sehr groß. Der Wahlausgang hängt wohl von der Wahlbeteiligung ab. Je niedriger die Wahlbeteiligung, desto wahrscheinlicher ist es, dass Norbert Hofer gewinnt.“

Welchen der beiden Kandidaten er wählt, möchte Allhartsbergs Bürgermeister Anton Kasser (ÖVP) nicht sagen. Dennoch findet er klare Worte: „Ich halte diese Wahlwiederholung für unnötig. Bis jetzt war es immer so, dass jene, die eine Extrawahl verursacht haben, am Ende nicht gewonnen haben. Es wäre gut, wenn das nun auch so bleibt.“

Nicht deklarieren möchte sich Sonntagbergs Bürgermeister Thomas Raidl (ÖVP): „Ich weiß, wen ich wähle, verweise aber auf das Wahlgeheimnis. Was den Wahlausgang betrifft, so wird es wohl wieder eine knappe Geschichte werden. Ich hoffe jedenfalls, dass wir nach dem 4. Dezember endlich einen neuen Bundespräsidenten haben.“

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Helmut Schagerl aus St. Georgen/Reith (SPÖ) empfiehlt sogar Van der Bellen zu wählen.
Foto: NOEN, NÖN

Kematens Ortschefin Juliana Günther (ÖVP) möchte ebenfalls keine Angaben über ihren Wunschpräsidenten machen. „Ich weiß, wen ich wähle, und hoffe, dass das auch das Volk macht.“ Ebenfalls nicht deklarieren will sich der Opponitzer Bürgermeister Johann Lueger (ÖVP). „Jeder soll sich selbst ein Bild machen und muss selbst entscheiden. Wer immer nach dem 4. Dezember Bundespräsident ist – ich hoffe, dass er dann die zwei Lager, die es derzeit gibt, wieder zusammenfügen kann.“

Ebenfalls keine Angaben über sein Wahlverhalten oder eine Wahlempfehlung möchte Waidhofens Bürgermeister Werner Krammer abgeben.

Anders sieht die Sache bei den SPÖ-Ortschefs aus. St. Georgen/Reiths Bürgermeister Helmut Schagerl und Hollensteins Bürgermeisterin Manuela Zebenholzer hatten sich schon vor der ersten Stichwahl für Alexander Van der Bellen ausgesprochen.

Schagerl möchte sogar eine Empfehlung für den einstigen Grünen-Politiker abgeben. Betrachte man die aktuelle Entwicklung in den USA oder der Türkei, so brauche es in Österreich Stabilität, sagt Schagerl und plädiert deshalb für Van der Bellen. Prognosen über den Wahlausgang traue er sich nicht zu machen. „Ich hoffe aber für Österreich, dass Alexander Van der Bellen das Rennen macht.“

Auch Zebenholzer sagt: „Ich persönlich werde Alexander Van der Bellen wählen.“ Eine Prognose über den Wahlausgang sei aber schwer. „Ich glaube, dass es eng wird, habe aber die Hoffnung, dass die Wahl auf die ‚richtige Seite‘ fällt.“