Neue Regeln am Weg zur letzten Ruhestätte. Keine Feiern, Messen oder Prozessionen – Covid-19 wirkt sich auf Bestattungen sowie das Gedenken zu Allerheiligen aus.

Von Anna Faltner. Erstellt am 28. Oktober 2020 (04:20)
Am Waidhofner Friedhof bleibt es heuer am 1. November still. Denn die traditionelle Heldenehrung wurde (wie so viele Feierlichkeiten) corona-bedingt abgesagt.
Kössl

So weh es auch tut, Hochzeiten, Konzerte oder Geburtstagsfeiern kann man in Zeiten der Coronakrise verschieben. Bei Bestattungen ist das nicht so einfach. Denn dieser Termin ist nicht planbar. Deshalb nehmen die jüngsten Verschärfungen der Regierung diesen Bereich explizit aus. Trauerfeiern dürfen weiterhin im Freien, aber auch in geschlossenen Räumen, von bis zu 500 Personen besucht werden. Dennoch: Alltäglich ist die momentane Situation nicht.

„Man muss sehr spontan sein. Wenn wir zum Beispiel für nächsten Freitag ein Begräbnis vereinbart haben, am Montag davor aber neue Regeln verkündet werden, müssen wir natürlich umplanen“, sagt der Waidhofner Bestatter Benjamin Aigner. Generell passiere alles sehr kurzfristig, oft heißt es abwarten und dann schnell handeln. Zu Beginn der Coronakrise wollten viele Angehörige mit dem Begräbnis zuwarten, bis sich die Lage entspannt und wieder mehr Leute anwesend sein dürfen. „Dann hat man gemerkt, dass es länger dauert. Und einen Leichnam kann man nicht mehrere Wochen ‚warten‘ lassen, die Verwesung kann man nicht aufhalten“, weiß der Bestatter. Wie die Angehörigen damit umgehen, sei unterschiedlich. In zwei Fällen entschieden sie sich für eine Verabschiedung im kleinen Rahmen. „Da hatten wir nur eine Aufbahrung am Friedhof, die Leute konnten sich einzeln verabschieden. Eine Bestattung mit Trauerfeier gab es nicht. Die wird dann zu einem späteren Zeitpunkt mit der Urne nachgeholt“, berichtet Aigner. Aber einen Trend, dass durch die Krise mehr Kremationen gewünscht werden, sieht er nicht. Die Angehörigen wählen die Bestattungsform, die der Verstorbene sich gewünscht hat.

Ein Termin, der nicht verschoben werden kann, ist auch Allerheiligen. Für gewöhnlich finden am 1. November Prozessionen, Märsche zum Friedhof und Heldenehrungen statt. Heuer ist all das zum Großteil abgesagt, das Gedenken an die Verstorbenen soll stattdessen im kleinen Kreis stattfinden.

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