Ostern über das Internet feiern. Gottesdienste durch Corona nicht möglich. Viele Angebote im Internet.

Von Lisa Hofbauer. Erstellt am 08. April 2020 (04:54)
Das berühmte Heilige Grab in Waidhofen kann heuer lediglich online „besucht“ werden. Geöffnet wird es aufgrund der Coronakrise heuer nicht.
Piaty

YBBSTAL Es wird heuer ein sehr außergewöhnliches Osterfest für die Pfarren – so viel steht fest. Seit 11. März gelten in der Diözese St. Pölten die Maßnahmen der Bundesregierung zur Eindämmung des Coronavirus und es dürfen keine öffentlichen Gottesdienste mehr abgehalten werden. Dies betrifft natürlich auch die Osterliturgie, weshalb man sich in den meisten Pfarren heuer anderweitig aushelfen muss.

„Es wird bestimmt ein spannendes Osterfest. Ich kann mit Gewissheit sagen, dass ich noch nie solche Ostern erlebt habe“, sagt Waidhofens Stadtpfarrer Dechant Herbert Döller. Er sieht die Situation aber durchaus sehr zuversichtlich: „Die Gläubigen sind eingeladen, zu Hause zu feiern, was auch großteils gut angenommen wird.“ So sei etwa die Nachfrage nach den Foldern, die in der Kirche aufgelegt wurden, sehr groß, berichtet der Stadtpfarrer. „Es wird für viele bestimmt eine sehr schöne Erfahrung sein, die Osterfeierlichkeiten im kleinen Kreis beziehungsweise in der Familie zu begehen“, sagt er. „Auf eine bereits sehr außergewöhnliche und entschleunigte Fastenzeit folgt nun ein ebenso außergewöhnliches Osterfest.“

Messbeginn wird mit Glocken angezeigt

Der Stadtpfarrer selbst wird die Osterfeierlichkeiten mit Vertretern aus den anderen Waidhofner Pfarren im kleinen Kreis in der Stadtpfarrkirche zelebrieren. Der Beginn der Messen wird, wie sonst auch, mit Glockengeläut angezeigt. Auch die Speisen werden, der Tradition entsprechend, geweiht. „Die Gläubigen können ihre Speisen auch gerne vor der Messe in die Kirche bringen, wo wir sie dann weihen. Danach können die Speisekörbe wieder abgeholt werden. Solange große Menschenansammlungen vermieden werden, spricht nichts dagegen“, sagt Döller. Lediglich das Heilige Grab in der Nähe der Stadtpfarrkirche, das der Öffentlichkeit normalerweise immer am Karfreitag und Karsamstag zugänglich ist, wird heuer nicht geöffnet. „Da immer viele Menschen kommen, um das Grab anzusehen, werden wir dieses heuer nicht öffnen“, sagt der Stadtpfarrer.

„Auf eine außergewöhnliche und sehr entschleunigte Fastenzeit folgt ein ebenso außergewöhnliches Osterfest.“Dechant Herbert Döller

Ähnlich gehandhabt wie in Waidhofen wird die Situation in der Pfarre Hollenstein. Auch hier liegen in der Kirche Folder mit Segensgebeten auf. Die Gottesdienste am Gründonnerstag, Karfreitag und in der Osternacht werden durch Vertreter des Pfarrgemeinderats aus den Pfarren Hollenstein, Opponitz und St. Georgen/Reith, eine Mesnerin sowie Pfarrer Leszek Salega in der Pfarrkirche Hollenstein gefeiert. Die Kirche ist während der Feierlichkeiten geschlossen. Am Ostersonntag und -montag wird Pfarrer Salega die heilige Messe alleine in der Kapelle zelebrieren – die Gläubigen sind eingeladen, von zu Hause aus mitzufeiern. Die Osterkerze wird am Ostersonntag in allen drei Pfarren entzündet.

In den Pfarren Sonntagberg, Böhlerwerk, Ybbsitz und Kematen-Gleiß wird auf Angebote im Internet verwiesen. „Bei uns werden keine Messen abgehalten und wir können leider auch keinen Livestream machen, da uns dazu das Personal fehlt“, bedauert Diakon Thomas Resch (Pfarre Böhlerwerk). Auch Pater Franz Hörmann verweist auf das Angebot online: „Die Pfarre Sonntagberg hält sich natürlich an die bischöflichen Anweisungen, daher können wir auch zu Ostern in der Basilika keine Gottesdienste feiern“, sagt der Pater. Er selbst wird die Osterfeierlichkeiten im kleinen Kreis im Stift Seitenstetten begehen. „Das Motto heuer lautet aber ganz klar: ‚Ostern daheim‘.“