Schneefall sorgte für Warnstufe 5. Sperre des freien Skiraums. Straßensperre nach Lawinenabgang.

Von Andreas Kössl und Markus Huebmer. Erstellt am 16. Januar 2019 (05:01)

Jede Menge Neuschnee bescherte der Winter in der vergangenen Woche dem Oberen Ybbstal. Der nasse Schnee und der stürmische Wind führten in den höheren Lagen der Ybbstaler Alpen zu einer äußerst angespannten Lawinensituation, weshalb der Lawinenwarndienst am Dienstagabend der Vorwoche die höchste Lawinenwarnstufe 5 ausrief. Diese wurde zwar am Freitag aufgrund der leichten Wetterbesserung auf 4 zurückgestuft. Die Situation blieb aber auch über das Wochenende kritisch.

Während das Hochkar und die Göstlinger Katastralgemeinde Lassing (Bezirk Scheibbs) am Mittwoch zum Katastrophengebiet erklärt wurden, verlief der heftige Wintereinbruch in den Ybbstalgemeinden des Bezirks Amstetten noch relativ glimpflich.

Erkundungsflüge mit Hubschrauber am Freitag

Gesperrt werden musste Dienstagabend jedoch die Sandgrabenstraße von Hollenstein Richtung Lassing, da hier die Gefahr einer spontanen Lawinenablösung bestand. Ansonsten blieben aber alle Verkehrsverbindungen in der Gemeinde offen.

Am Freitag wurde die Wetterbesserung im Ybbstal dazu genutzt, um mittels Hubschrauber Erkundungsflüge über die Ybbstaler Alpen durchzuführen und die Lawinengefahr abzuklären. Auch Königsberg, Gamsstein und Voralm sowie Friesling und Alpl wurden dabei erkundet. Am Hochkar wurden entlang der Hochalpenstraße erste Lawinensprengungen durchgeführt.

„Ich warne vor Skitouren und davor, den freien Skiraum zu befahren. Das ist wirklich lebensgefährlich.“Bürgermeisterin Manuela Zebenholzer

Die Sandgrabenstraße in Hollenstein konnte nach dem Erkundungsflug am Samstagnachmittag wieder geöffnet werden, musste jedoch am Montag aus Sicherheitsgründen wieder gesperrt werden. „Durch den Nassschnee kam es immer wieder zu kleinen Rutschungen. Wir sind hier in regelmäßiger Abstimmung mit den Sachverständigen“, sagt Bürgermeisterin Manuela Zebenholzer.

Probleme mit außergewöhnlichen Schneelasten, die auf Hausdächer im Dorf drückten, hatte man in Hollenstein nicht, da es hier zwischen den Schneefällen immer wieder regnete. Auch die Stromversorgung hielt. Auf den Hausbergen der Ybbstalgemeinde war die Schneelast freilich um einiges größer. Am Gamsstein bei der Messstation am Hühnerriegel auf Palfauer Seite lagen am Montag 4,50 Meter Schnee. 1,30 Meter waren es am Donnerstag bei der Talstation der Königsberglifte, auf 2,30 Meter kam man bei der Bergstation.

„Grundsätzlich können wir mit Schnee umgehen“, sagt Ortschefin Zebenholzer. „Große Gefahr besteht aber in höheren Lagen im freien Gelände.“ Via Facebook ließ die Gemeinde am Dienstag verlauten, dass aufgrund der aktuellen Schneesituation der freie Skiraum zu Gänze gesperrt sei. Im Sinne der eigenen Sicherheit solle auf Wanderungen und Skitouren im freien Gelände verzichtet werden. Diese Warnung blieb bis zuletzt aufrecht. Nichtsdestotrotz gab es vereinzelt immer wieder Wintersportler, die alle Warnungen in den Wind schlugen und Skitouren gingen oder am Königsberg Hänge abseits der gesicherten Pisten befuhren.

Feuerwehr befreite Dach von Schneelast

In St. Georgen/Reith rückte die Freiwillige Feuerwehr mehrmals aus, um Dächer von der Schneelast zu befreien. Am Samstag musste das Dach des am höchsten gelegenen Bauernhofs der Gemeinde freigeschaufelt werden. Ein Statiker hatte Alarm geschlagen, weil das Dach die drei Meter hohe Schneedecke bald nicht mehr tragen werde. Mit Kletterausrüstung und Schaufeln waren die Feuerwehrleute bis in die Abendstunden im Einsatz.

Am Sonntag ging in Kogelsbach eine Lawine ab. Die Landesstraße L 6181 musste gesperrt werden. Eine Gefährdung für die beiden Wohnhäuser in der Nähe habe aber nicht bestanden, berichtet Bürgermeisterin Birgit Krifter. „Grundsätzlich ist die Schneelage derzeit stabil. Die Straße bleibt aus Sicherheitsgründen bis auf Weiteres aber noch gesperrt.“