Zwei Gemeinden springen bei "ISTmobil" ab. Ab 2020 soll bedarfsorientiertes Taxisystem das öffentliche Verkehrsangebot in der Region ergänzen. St. Georgen/Reith und Hollenstein wollen nun aber nicht mitmachen.

Von Andreas Kössl. Erstellt am 22. Mai 2019 (05:01)
shutterstock/microstock3D
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Ab 2020 soll das Anrufsammeltaxisystem ISTmobil das öffentliche Verkehrsnetz in der Region ergänzen, indem den vorhandenen Haltestellen weitere Haltepunkte hinzugefügt werden. Wer also am Land wohnt und keinen Öffi-Stopp in der Nähe hat, greift zum Telefon oder zum Smartphone und ordert ein Taxi. Dieses holt den Fahrgast dann vom nächstgelegenen Haltepunkt ab und bringt ihn zu einem Haltepunkt in der Nähe des Reiseziels.

Innerhalb einer Gemeinde bzw. einer Zone soll dabei kein Umstieg auf ein anderes öffentliches Verkehrsmittel nötig sein. Auch bei gemeindeübergreifenden Fahrten von weniger als fünf Kilometer soll das nicht der Fall sein. Bei einer Fahrt zwischen fünf und zehn Kilometer ist ein Umstieg zumutbar.

Ursprünglich 14 Gemeinden dabei

Verfügbar soll der Fahrtenservice von Montag bis Samstag von 7 bis 22 Uhr und an Sonn- und Feiertagen von 7 bis 19 Uhr sein. 3,30 Euro kostet die Fahrt innerhalb einer Tarifzone. Bei einer Fahrt in die Nachbargemeinde würden 5,50 Euro anfallen. Mit an Bord bei dem Anrufsammeltaxisystem sollten ursprünglich 14 Gemeinden sein. Die steirische Kommune Mariazell sprang allerdings bald wieder ab. So blieben 13 niederösterreichische Gemeinden aus den Bezirken Amstetten, Scheibbs und Lilienfeld sowie die Stadt Waidhofen. In Folge wurde ein Beteiligungsmodell für Waidhofen, Ybbsitz, Opponitz, Hollenstein, St. Georgen/Reith, Lunz/See, Göstling, Gaming, Scheibbs, St. Anton/Jessnitz, Puchenstuben, Mitterbach/Erlaufsee und Annaberg entwickelt.

Für eine Umsetzung muss das Vorhaben noch von den jeweiligen Gemeinderäten abgesegnet werden. In den Gemeinden St. Anton/Jessnitz, Gaming, Mitterbach/Erlauf, Puchenstuben und Annaberg ist dies bereits passiert. Und auch in Waidhofen wurde der Grundsatzbeschluss für das ISTmobil bereits gefällt. Für Bürgermeister Werner Krammer (ÖVP) ist das Taxisystem ein gutes Mobilitätsangebot für die Ortsteile und die Peripherie und eine gute Lösung für die „letzte Meile“. Doch alle 13 Gemeinden dürften von dem System nicht ganz so überzeugt sein. Wie die NÖN erfuhr, werden Hollenstein und St. Georgen/Reith beim ISTmobil nicht mitmachen. Die Gemeinde St. Georgen/Reith könne es sich nicht leisten, sagt Bürgermeisterin Birgit Krifter (SPÖ).

In Ybbsitz wiederum soll Anfang Juli der notwendige Gemeinderatsbeschluss gefasst werden. Zuerst müssten aber in der nächsten Kleinregionssitzung noch einige Punkte geklärt werden, ließ Bürgermeister Gerhard Lueger (ÖVP) wissen.

Neuberechnung der Kosten notwendig

Wenn Hollenstein und St. Georgen/Reith tatsächlich nicht teilnehmen, müsse man eine Neuberechnung der Kosten durchführen, sagt Waidhofens Bürgermeister Werner Krammer in seiner Funktion als Sprecher der Kleinregion Ybbstal. „Ich würde es aber sehr schade finden, wenn es in den beiden Gemeinden dann keine Haltepunkte gibt, da dieses Gebiet auch touristisch sehr wichtig ist.“ Krammer möchte deshalb bei der nächsten Kleinregionssitzung noch abklären, wo die Knackpunkte liegen und einen Sinneswandel erreichen.

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