Pläne für Bahnhof in Gstadt

Erstellt am 29. August 2018 | 04:35
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Verein Pro Ybbstalbahn gegen Verkürzung der Citybahn. Stadtbahn soll hingegen attraktiviert werden.

Eine Verkürzung der Citybahnstrecke steht im Raum. Geht es nach Bürgermeister Werner Krammer, so soll die Waidhofner Stadtbahn künftig nur mehr zwischen dem Hauptbahnhof und der HTL verkehren. Am Dienstag (nach Redaktionsschluss) stand ein Gespräch zwischen dem Stadtchef und Verkehrslandesrat Ludwig Schleritzko in der Sache auf der Agenda. Die NÖN berichtete.

Gegen eine Verkürzung der Citybahn spricht sich der Verein Pro Ybbstalbahn aus. „Wir halten das für keine gute Idee“, sagt Obmann Thomas Vielhaber. „Waidhofen sollte froh sein, eine Stadtbahn zu haben und diese attraktiver machen.“ Gelingen soll dies, so Vielhaber und sein Stellvertreter Christian Wachauer, indem der Bahnhof Gstadt zu einem regionalen Verkehrsknotenpunkt ausgebaut wird. „Derzeit haben wir die Situation, dass Bus und Bahn die Strecke zwischen dem Hauptbahnhof und Gstadt parallel befahren“, führt Vielhaber aus. „Teilweise fahren sogar innerhalb von drei Minuten drei Busse gleichzeitig. Wir wollen die Busse aus der Stadt verbannen und diese Strecke nur mit dem Zug befahren.“

Die Mostviertel-Busse ins Obere und Kleine Ybbstal sollen nach den Vorstellungen des Vereins Pro Ybbstalbahn in Gstadt enden. Am neuen Verkehrsknotenpunkt in Gstadt sollen die Fahrgäste auf die Citybahn umsteigen. „Viele Schüler aus der HTL und dem Gymnasium machen das bereits so, weil der Weg zur Schule von den Citybahnhaltestellen näher ist“, sagt Wachauer.

Maßstabgetreues Modell von Bahnknotenpunkt

Wie dieser neue Umsteigeknotenpunkt in Gstadt konkret aussehen könnte, darüber haben sich die Bahnfreunde bereits Gedanken gemacht. Sichtbar gemacht hat man diese in einem maßstabsgetreuen Modell, das Obmann Vielhaber in mühevoller Kleinarbeit gebaut hat. Demnach soll der jetzige Würstelstand als Gastrobetrieb in den Bahnhof Gstadt wandern. Auch ein öffentliches WC, Räume für die Busfahrer und eine Servicestelle für Radfahrer soll dort untergebracht werden.

Der Stopp der Citybahn soll nach vor verlegt und überdacht werden. Gleich gegenüber der Züge sollen die Busse stehen bleiben, wodurch ein rasches Umsteigen ermöglicht werden soll. Auch Fahrkartenautomaten sollen hier angebracht werden. Am Bahnhofvorplatz soll eine Park&Ride-Anlage, samt E-Tankstellen und Radabstellplätzen errichtet werden.

Auch der Ybbstalradweg soll auf dieser Seite der Ybbs am Bahnhof Gstadt vorbeigeführt werden. Zwischen den Bahngleisen und der Bundesstraße sei genug Platz, meint Vielhaber. Um die Engstelle in Kreilhof zu umgehen, könne der Radweg über den Senker-Steg auf die Zell und über die Weitmannbrücke wieder zurück auf die Waidhofner Seite geführt werden. Auch die Bahnbrücke in Gstadt solle als Bahn- oder Radbrücke in die Verkehrsführung eingebunden werden.

„Das alles ist jetzt mal natürlich nur eine Vision“, hält Vielhaber fest. „Ich glaube aber schon, dass das machbar wäre.“ Dem angedachten Gewerbegebiet in Gstadt wäre die Bahntrasse nicht im Weg, meint der Bahnfreund. Vielmehr könne man mit der Citybahn die Arbeiter an ihre Arbeitsstätten anbinden. Die Haltestelle Kreilhof wiederum sei für die Anbindung des Zeller Wohngebiets zentral.

„Ich halte auch nichts davon, dass die Leute dann in Gstadt umsteigen müssen. Das ist nicht kundenfreundlich.“ Werner Krammer

Um zu beweisen, dass die Haltestellen Gstadt und Kreilhof keineswegs obsolet sind, haben die Pro-Ybbstalbahn-Köpfe eine Fahrgastzählung durchgeführt. Auf 32.304 Aus- und Einstiege an den beiden Haltestellen kommt man hochgerechnet pro Jahr. Die NÖVOG gibt auf Nachfrage der NÖN an, dass in den vergangenen zwölf Monaten bei den beiden Stopps insgesamt 35.550 Fahrgäste ein- und ausgestiegen sind.

Zur weiteren Attraktivierung der Stadtbahn sollen zusätzliche Haltestellen bei der Firma Oberklammer und beim Eurospar, eventuell auch bei der Tankstelle Fallmann und der Firma Bene, errichtet werden. Die Triebwägen sollen innen und außen neu gestaltet werden, wobei der Verein dafür bis zu 5.000 Euro beisteuern würde. Eine Umstellung der Citybahn auf Akku- oder Wasserstoffantrieb stellt man aus Umweltschutzgründen ebenfalls in den Raum.

Bürgermeister Werner Krammer hat man die Pläne bereits präsentiert. Der Stadtchef kann ihnen jedoch nicht viel abgewinnen. „Das würde das Betriebsgebiet in Gstadt und eine neue Führung des Ybbstalradwegs auf Waidhofner Seite verunmöglichen“, sagt Krammer. „Ich halte auch nichts davon, dass die Leute dann in Gstadt umsteigen müssen. Das ist nicht kundenfreundlich.“ Der Stadtchef verweist auch auf die hohen Kosten, die durch die Eisenbahnkreuzungsverordnung auf die Stadt zukommen. Eine Streckenverkürzung würde diese deutlich minimieren.

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