Ybbstal: Das richtige Material ist das A und O

Erstellt am 30. Juni 2021 | 04:31
Lesezeit: 4 Min
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
440_0008_8113985_ybb26darueber_bikepark.jpg
Für Action ist im Bikepark am Königsberg jedenfalls gesorgt. Auch die richtige Ausrüstung darf nicht fehlen.
Foto: Bikepark, Bikepark
Die NÖN hat wertvolle Tipps für die sichere Ausfahrt mit dem Fahr- oder Motorrad im Ybbstal eingeholt.

Der Sport auf zwei Rädern, egal ob Rad- oder Motorradfahren, ist im Trend. Was dabei allerdings nie aus dem Blickwinkel geraten darf, ist die Sicherheit. Die NÖN hat sich umgehört, worauf Rad- und Motorradsportler unbedingt achtgeben sollten.

Ausrüstung ist unverzichtbar

Barbara Pirringer, bekannt als „Bike Babsi“, betreut einen Mountainbike-Blog und bietet Touren im und rund um das Ybbstal an. Das Nonplusultra für eine sichere Tour ist für sie der Helm. „Leider ist das noch nicht flächendeckend sichtbar. Auch wenn man ein versierter Fahrer ist, man ist nicht allein. Man kann auch unverschuldet in einen Unfall geraten“, betont Pirringer.  Gleich danach hat sie die Brille gereiht. Zum Schutz vor Mücken und Steinschlägen vom Vordermann. Und dann kommen noch die Radhandschuhe dazu, um Verletzungen an den Händen vorzubeugen.

„Das sind für mich die drei Kernpunkte, die es braucht, um sicher unterwegs zu sein“, stellt die Waidhofnerin klar. Für eine ausgiebige Radtour packt sie auch auf jeden Fall etwas zu trinken und einen Müsliriegel ein – um bei Kräften zu bleiben.

„Generell sollten die Leute so fahren, dass sie am nächsten Tag wieder zur Arbeit kommen können.“ Herbert Zebenholzer, MTB-Park am Königsberg

Zusätzlich zur eigenen Ausstattung sei auch ein Bike-Check vor der Ausfahrt nicht verkehrt. Bremse, Steuerrohr, Luft und Sitz der Reifen in der Achse sollten regelmäßig kontrolliert werden.

Unfälle ortet Barbara Pirringer vor allem in Kombination mit Autos. Oft wird das Tempo der Radfahrer überschätzt. Bei Überholmanövern oder beim Reinfahren in den Kreisverkehr schummeln sich viele noch schnell am Radfahrer vorbei. In Städten sei zudem der langsame Verkehr gefährlich.

Wenn die Leute telefonieren oder Musik hören, dann bemerken sie das Rad gar nicht. „Und beim Abstand halten bei Überholvorgängen herrscht absolute Undiszipliniertheit. Da würde ich mir mehr Menschlichkeit für den schwächeren Verkehrsteilnehmer wünschen“, appelliert sie.

Zebenholzer: Trend nicht mehr aufzuhalten

Ähnliche Tipps für die sichere Ausfahrt hat auch Herbert Zebenholzer, Geschäftsführer der Ybbstaler Alpen sowie des MTB-Parks am Königsberg in Hollenstein, parat. Dort ist im Frühjahr und Sommer so einiges los. „Die Frequenz wird immer größer, dieser Trend ist eigentlich nicht mehr aufzuhalten“, weiß Zebenholzer. Das Wichtigste für ihn ist das richtige Material. „Bremsen, Schaltung und Reifendruck müssen in Ordnung sein, auch die Sattelhöhe muss richtig eingestellt sein. Das sind die ersten Dinge, die wir bei uns im Kurs angehen.“

Unfälle wegen Selbstüberschätzung

Im Bikepark herrscht Helmpflicht, Ellbogen- und Knieschützer werden auch empfohlen. „Generell sagen wir den Leuten, dass sie so fahren sollen, dass sie am nächsten Tag auch wieder in die Arbeit gehen können“, erzählt Zebenholzer. Zu 99 Prozent funktioniere das auch. Die meisten Unfälle rechnet er der Selbstüberschätzung mancher Biker zu.

„Einige Unfälle sind einfach Pech. Andere kommen von der Alm, haben vielleicht ein bisschen getrunken und überschätzen sich selbst. Aber generell passiert eher weniger, weil die Leute besser ausgerüstet sind“, meint er.

Immer mehr Zweiräder auf Ybbstalradweg

Die Begeisterung für das Zweirad bemerkt der Geschäftsführer der Ybbstaler Alpen auch am Ybbstalradweg. Etwa 50.000 bis 60.000 Leute sind pro Jahr unterwegs. „Unter der Woche sind es viele ältere Personen, am Wochenende vor allem Familien. Und auch immer mehr Touristen verbringen ein paar Tage bei uns“, ist er zufrieden.

Allgemein halten sich die Unfälle im Bezirk zum Glück in Grenzen. Vom Ybbstalradweg werden heuer bislang drei Unfälle gemeldet. Zuletzt wollte eine Frau einer Schlange auf dem Weg ausweichen und stieß dabei mit dem Kopf gegen ein Verkehrszeichen. Unfallanfällig sind aber auch E-Biker, die oft die Geschwindigkeit unterschätzen, mit der sie unterwegs sind. Chefinspektor Ferdinand Humpl vom Bezirkspolizeikommando rät auf jeden Fall, vor Beginn einer Fahrt das Motorrad oder auch Bike zu kontrollieren und natürlich einen Helm zu tragen.

Iliuta: Vollausstattung optimal

Wertvolle Tipps für die Sicherheit, insbesondere für das Motorradfahren, hat Kinga Klara Iliuta vom Lietz Motorrad parat: „Am optimalsten ist eine Vollausstattung. Es ist auch wichtig, mit dem Sicherheitsbewusstsein zu fahren, dass man keine Knautschzone hat. Zusätzlich zum Helm machen eine ordentliche Jacke, Hose, Stiefel und Handschuhe Sinn. Auch wenn man mit einem Roller unterwegs ist, muss man nicht auf Sicherheit und etwa auf andere Protektoren wie Jacken verzichten“, rät sie.

Umfrage beendet

  • Hängt der Anstieg bei Unfällen im Straßenverkehr mit Lockdowns und Öffnungen zusammen?