295 Einsatzkräfte auf Suche nach Vermisstem

Erstellt am 15. Juni 2011 | 00:00
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Foto: NOEN
ABGÄNGIGER WOHLAUF / Der Feuerwehr bleiben nach der stundenlangen, anstrengenden Suche nur Spesen.

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Erschöpft nach der langen Suche: Johann Wagensommerer, Staffelkommandant der Suchhundestaffel, Polizeichef Rudolf Mader, Karin Kuhn, Einsatzleiterin der Rettungshunde, Kommandant Willi Renner von der FF Ottenschlag und Jochen Hirschegger, Landes-Kommandant der Rot-Kreuz-Suchhunde.FF OTTENSCHLAG
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OTTENSCHLAG / 295 Einsatzkräfte waren in der Vorwoche im Raum Ottenschlag stundenlang auf der Suche nach einer abgängigen Person. Vergeblich. Der Vermisste meldete sich dann am nächsten Tag – er war bei bester Gesundheit. Fazit: Außer Spesen – und Anstrengung – nichts gewesen.

Am vergangenen Montag, 6. Juni, wurden die Feuerwehr Ottenschlag sowie weitere acht Feuerwehren des Abschnittes Ottenschlag von der Landeswarnzentrale für eine Personensuche alarmiert. Die vermisste Person hatte ihren Selbstmord angedroht.

Die Einsatzleitung wurde von Bezirkspolizeikommandant Rudolf Mader und Abschnittsfeuerwehrkommandant Willi Renner übernommen. Vom Feuerwehrhaus Ottenschlag aus wurde der Einsatz von Michael Renner und Thomas Fichtinger organisiert.

In vier Gruppen aufgeteilt, jede unterstützt von einem ortskundigen Gruppenkommandanten und zwei Polizeibeamten, wurde das Suchgebiet ab etwa 13 Uhr durchstreift. Drei Polizeihunde mit ihren Hundeführen waren ebenfalls im Suchgebiet im Einsatz. Nachdem auch die Rettungshundestaffeln verständigt wurden, trafen innerhalb kürzester Zeit Hundeführer und deren Helfer aus ganz Niederösterreich mit 25 Hunden in Ottenschlag ein. Im Einsatz waren die Rettungshunde Niederösterreich, Rot-Kreuz-Suchhunde aus Niederösterreich und Hunde der Österreichischen Suchhundestaffel.

Vier Stunden später wurden weitere sechs Feuerwehren des Abschnittes alarmiert, um die Mannschaft aufzustocken, „da das unwegsame Waldgebiet sehr schwer zu durchsuchen war“, wie Kommandant Renner erzählt. „Der Polizeihubschrauber, der über eine Stunde im Einsatz war, konnte die gesuchte Person leider auch nicht finden.“

Selbst Handyortung  brachte keine Spur

Um noch intensiver und genauer suchen zu können, wurden Angestellte des Waldbesitzers und ortskundige Zivilisten zu Fuß und mit Quads eingesetzt. Um 21.30 Uhr wurde die Suche der Feuerwehren und um 0.30 Uhr die der Suchhunde erfolglos abgebrochen. Auch eine Handyortung blieb erfolglos.

Die vermisste Person meldete sich dann am Dienstag telefonisch und war bei bester Gesundheit.

„Ein großer Dank gilt allen Personen, die bei diesem Einsatz dabei waren und sich an der Suche beteiligten“, so Willi Renner. Insgesamt waren es 295: 14 Feuerwehren mit 210 Mitgliedern, die Polizei mit 16 Mitgliedern und drei Hunden, Rettungshundestaffeln mit 53 Mitgliedern und 22 Hunden, das Rote Kreuz mit vier Mitgliedern sowie 12 Zivilisten.

Da es für solche Personensuch-Einsätze keinen Kostenersatz gibt, musste die Verpflegung von der Feuerwehr Ottenschlag übernommen werden. „Das Lebens.Resort Ottenschlag übernahm die Verköstigung der Hundestaffeln, und der SPAR Ottenschlag stellte sich mit einer großzügigen Spende ein“, dankt Renner für die Unterstützung, ohne die die Spesen für die Feuerwehr noch höher gewesen wären – vom persönlichen Einsatz jedes einzelnen Beteiligten ganz zu schweigen.