Pölla

Erstellt am 11. Juli 2018, 09:22

von Brigitte Lassmann-Moser

Positive Entwicklung nach schwerer Geburt. Die Marktgemeinde Pölla gedachte in einem Festakt der Gemeindezusammenlegung im Jahr 1968.

Aus fünf Gemeinden wurde im Jahr 1968 durch Zusammenlegung eine – die Marktgemeinde Pölla. Dieses 50-jährige Jubiläum wurde am Sonntag, 8. Juli, groß gefeiert.

Nach einem Festgottesdienst, den Pfarrer Andreas Janta-Lipinski zelebrierte, fand im Festzelt am Hauptplatz ein vom Jugendblasorchester unter der Leitung von Carmen Gschwandtner musikalisch umrahmter Festakt statt, in dem man der Gemeindezusammenlegung vor 50 Jahren gedachte. Bürgermeister Günther Kröpfl konnte dazu viele Bürger, aber auch eine ganze Reihe von Ehrengästen begrüßen.

„Die Vereinigung wurde vor 50 Jahren nicht so groß gefeiert wie heute“, meinte Kröpfl, brachte sie doch für die ehemals selbstständigen Gemeinden große Veränderungen mit sich, es ging um die Verteilung der Infrastruktur-Einrichtungen ebenso wie um die Aufteilung der politischen Mandatare. „Die politischen Verantwortungsträger von damals mussten sich zusammenraufen“, so der Bürgermeister. „Im Blick zurück haben wir uns sehr positiv entwickelt“, betonte Kröpfl. Die Leistungen und Errungenschaften der Gemeinde in den letzten 50 Jahren wurden nicht nur in einem Fotobuch, sondern auch auf Tafeln verewigt. „Es gilt auch künftig, über die Gemeindegrenzen hinweg Verbindungen zu schaffen“, erklärte Günther Kröpfl, und führte als Beispiele das gemeindeübergreifende Nachbarschaftsprojekt und den gemeinsamen Breitbandausbau in der Region an. „Wir brauchen auch in Zukunft sowohl Leute, die anpacken, als auch kreative Visionäre“, dankte Kröpfl allen Gemeindemitarbeitern und -funktionären.

Die Gemeindezusammenlegungen seien mit Vernunftehen vergleichbar, meinte Bezirkshauptmann Michael Widermann. „So mancher musste über seinen Schatten springen, der Weg war langwierig und schwierig.“ Dennoch sei die Zusammenlegung eine Erfolgsgeschichte, denn „es wurden Einrichtungen geschaffen, durch die sich die Gemeinde in einer Art und Weise weiterentwickeln konnte, wie es für fünf kleinere Gemeinden unmöglich gewesen wäre“, so Widermann.

Statt 1.571 Gemeinden in Niederösterreich gibt es heute nur noch 573, machte Landesrat Ludwig Schleritzko in seiner Festrede deutlich. „Trotz größerer Strukturen sind wir aber noch immer das Land der Freiwilligen“, das könne man auch am Beispiel Pölla sehen, meinte Schleritzko. „Die Gemeinde braucht nicht nur finanzielle Mittel, sondern auch kluge Köpfe, die das Geld gut investieren“, gratulierte er Bürgermeister Günther Kröpfl. Die Gemeinde Pölla habe seit ihrer Geburtsstunde vor 50 Jahren eine großartige Entwicklung genommen.

Ein Höhepunkt des Festaktes sollte eigentlich die Ehrung der Paralympics-Siegerin Claudia Lösch sein, doch diese konnte aufgrund einer Panne ihres behindertengerechten Fahrzeuges nicht in ihre Heimatgemeinde kommen. Statt dessen aber gab es einen anderen Höhepunkt: Der Gemeinderat hat einstimmig beschlossen, den Historiker und Leiter des Museums für Alltagsgeschichte, Friedrich Polleroß, anlässlich seines 60. Geburtstages in Würdigung seiner großen Verdienste im geschichtlichen und kulturellen Bereich zum Ehrenbürger der Marktgemeinde Pölla zu ernennen. Bürgermeister Kröpfl überreichte Polleroß beim Festakt die entsprechende Urkunde. „Wir sind stolz, dass wir Dich haben und Du die Kulturwelt in unserer Gemeinde so fundiert hinterlegst“, so Kröpfl.

Mit Blumen dankte er Amtsleiterin Herta Jamy, die heuer ihr 30-jähriges Dienstjubiläum feierte, Maria Forstner von der Dorf- und Stadterneuerung für die Unterstützung bei zahlreichen Projekten, und Sophie Reisel, die zum Abschluss die Landeshymne sang.

Neben einem eigens zum Jubiläum aufgelegten Kochbuch, einem Film und einem Quiz gab es am Nachmittag einen großen Festumzug, an dem 20 Gruppen teilnahmen.