Allentsteig: Wichtigster Übungsplatz in Österreich

Erstellt am 31. Mai 2017 | 05:00
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Bei der 60-Jahre-Feier des Truppenübungsplatzes wurden 180 Rekruten im Meierhof des Schlosses Allentsteig angelobt.
Foto: NÖN
Allentsteig ist nicht wegzudenken. Der Platz ist ein gewichtiger Wirtschaftsfaktor für das Waldviertel.

Das 60-jährige Jubiläum des Truppenübungsplatzes (TÜPl) Allentsteig wurde am 24. Mai mit der Angelobung von rund 180 Rekruten des Jägerbataillons 33, der Auslandseinsatzbasis und der Jagdkommando- Einsatzbasis im Meierhof des Schlosses Allentsteig gefeiert.

„Als Kommandant ist das für mich ein ganz besonderer Tag“, freute sich TÜPl-Kommandant Josef Fritz, viele Ehren- und Festgäste begrüßen zu dürfen — zwei der vier anwesenden Bezirkshauptmänner hätten bereits unter ihm gedient. Fritz ging auch auf die Geschichte des 157 km2 großen Truppenübungsplatzes ein, der nach dem Zweiten Weltkrieg 1957 wieder vom Österreichischen Heer genutzt werden konnte.

Auch von Blaulichtorganisationen genutzt

Als größter und bedeutendster Übungsplatz für das Österreichische Bundesheer hat Allentsteig auch seither eine hohe Frequenz und wird immer wieder auch von ausländischen Truppen und auch von den Blaulichtorganisationen genützt. Letzteren dankte der TÜPl-Kommandant für die jahrelange gute Zusammenarbeit. „Der Umbau zu einem modernen Übungsplatz war eine immense Leistung. Wieviel Papierverbrauch, Zores und anderes dabei entsteht, wissen sicher die ehemaligen Kommandanten am besten“, betonte Fritz.

Das TÜPl-Kommando werde auch bald in das neue Gefechtsübungszentrum (GÜZ) eingegliedert werden. In diesem wird noch mehr auf die militärische Ausbildung abgezielt, zum Beispiel mit Simulatoren. Im Vergleich zum damals geforderten Sicherheitszentrum geht das neue GÜZ über dieses hinaus und betont zudem den militärischen Charakter.

„Ehrlicher und verlässlicher Partner"

Die Umstrukturierung soll aufkommensneutral erfolgen und es soll zu keiner Streichung der rund 500 Arbeitsplätzen kommen, die der Truppenübungsplatz bietet. Die verschiedenen Pläne sind derzeit in der Genehmigungsphase, wenn alles optimal verläuft wird Anfang nächsten Jahres mit der Umsetzung begonnen.

Jürgen Koppensteiner, Bürgermeister der Garnisonsstadt Allentsteig, fand es schön, dass nach vielen Jahren endlich wieder eine Angelobung in Allentsteig stattfand. Der wichtigste Trainingsplatz Österreichs sei nicht nur für die Stadt, sondern für das gesamte Waldviertel ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, von dem alle profitieren. „Die Stadtgemeinde schätzt das TÜPl-Kommando als ehrlichen und verlässlichen Partner“, so Koppensteiner, der auf zahlreiche Kooperationen und Veranstaltung verwies.

„Wir wissen, was das Bundesheer leistet“

Landesmilitärkommandant Martin Jawurek dankte den angestellten Soldaten. Die Kernaufgabe liege noch immer beim Dienst mit der Waffe, zusätzliche Aufgaben, wie Assistenzeinsätze in Katastrophenfällen, zählen heute weiters zu den Aufgabengebieten. „Sie werden Botschafter der Marke Bundesheer — einer Qualitätsmarke“, wendete sich Jawurek auch an die Rekruten.

Landesrätin Barbara Schwarz betonte, dass der Grundwehrdienst prägend sei und man Kameradschaft, Disziplin und vielleicht auch Härte kennenlerne. „Sie werden jedenfalls etwas mitnehmen“, so Schwarz, die die allgemeine Wehrpflicht für sehr wichtig hält.

„Wir wissen, was das Bundesheer leistet. Es ist ein Teil unserer Identität, ein Teil unserer Kultur“, betonte Nationalratsabgeordneter Otto Pendl. Er gratulierte Kommandant Josef Fritz zum TÜPl, der nicht wegzudenken sei und dessen Wichtigkeit und Bedeutung ganz klar außer Frage stehe.

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Zum 60-Jahre-Jubiläum des Truppenübungsplatzes Allentsteig waren zahlreiche Ehren- und Festgäste angereist. Im Bild zu sehen sind: Bundesratsabgeordnete Adelheid Ebner, Bezirkshauptmann Michael Widermann, Landesrat Maurice Androsch, Landesmilitärkommandant Martin Jawurek, Landesrätin Barbara Schwarz, die Nationalratsabgeordneten Otto Pendl und Martina Diesner-Wais sowie Bürgermeister Jürgen Koppensteiner und TÜPl-Kommandant Josef Fritz.
Foto: René Denk