Ära ging zu Ende

Erstellt am 25. Juni 2014 | 06:31
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Foto: NOEN, Maria Moll
„Das klinget so herrlich“ | Stiftskapellmeisterin Andrea Weisgrab verabschiedete sich mit einem großartigen Konzert der Sängerknaben.
Eine großartige Ära ging zu Ende! Stiftskapellmeisterin Andrea Weisgrab nahm am Sonntagnachmittag Abschied von ihrer Tätigkeit für das Stift Zwettl, nicht ohne vorher noch mit den Sängerknaben und der Schola Zwettlensis in der Stiftskirche ein herrliches Konzert zu bieten. Das Programm mit besonders schönen Stücken aus all den Konzerten seit 1991 war durch zwei reine Instrumentalstücke in drei große Liederblöcke gegliedert.

„Alles in unserem Leben ist endlich“

Mit „Heast as net“ erinnerten die Sänger zu Beginn ganz sanft und fein an die Vergänglichkeit der Zeit. Das Thema „Zeit“ griff auch Abt Wolfgang Wiedermann in seiner Begrüßung auf, als er diesen Tag als letzten Auftritt der Stiftskapellmeisterin bezeichnete: „Alles in unserem Leben ist endlich.“ Und: „Heute ist es zugleich ein Dank an Frau Weisgrab, dass sie durch 25 Jahre hindurch die Sängerknaben geleitet hat, ein Danke, das über den heutigen Tag hinausgeht.“

Die Lieder brachten viel Abwechslung. So wurde zum Beispiel das Titellied des Konzerts - „Das klinget so herrlich“ aus Mozarts „Zauberflöte“ - vom zarten Klang der Triangel begleitet. Kräftiger Trommelwirbel leitete den „Radetzky-Marsch“ ein. Und „Die launige Forelle“ unterhielt mit bunten Variationen zu Schuberts Lied „Die Forelle“.

Planyavsky leitete auf der Orgel zu Evergreens über

Nachdem das Instrumentalensemble das Thema des Konzerts in einem schönen Zwischenspiel zu Gehör gebracht hatte, folgten besondere Höhepunkte des geistlichen Liedes. Dem „Laudate Dominum“, einem Gotteslob Mozarts, folgte das rhythmische Lied „Herr, das Licht deiner Liebe“, in dem Elisabeth Planyavsky-Vsedni als Solistin brillierte.

In „Herr, deine Liebe“, von Peter Planyavsky, Andreas einstigem Orgellehrer, speziell für die Zwettler Sängerknaben komponiert, untermalten diese zusammen mit der Schola den Gesang der Solistin. Mächtig und wunderschön das „Halleluja“ von Georg Friedrich Händel.

Mit Improvisationen zum Konzertthema leitete Peter Planyavsky auf der Egedacher-Orgel zu den Evergreens über. Bekannte Lieder, die einem nicht aus dem Kopf gehen, wie „La Le Lu“, „Only you“ oder „Good night, Sweetheart“, rundeten das Programm ab.

Standing Ovations zum traurigen Abschied

Andrea, die es als Zeichen der Wertschätzung sah, dass so viele zum Konzert gekommen waren, dankte vor allem den Eltern der Buben, allen Helfern und Wegbegleitern. Conny Lipp, die sich seit 22 Jahren mit unermüdlichem Engagement für die Sängerknaben eingesetzt hatte, schenkte die Chorleiterin einen Weinstock und ein Pfirsichbäumchen.

Unter den vielen Persönlichkeiten, die der Musikerin mit Worten, Geschenken und Liedern dankten, hob Martin Kugler ein trauriges Faktum hervor: „Wir wissen alle, wer und was dafür verantwortlich ist, dass es so ist, wie es ist.“ „Bei einem Abschied, den man eigentlich gar nicht will, kann man nur Glück und Segen wünschen“, lud Joachim Adolf die Zuhörer zum Singen des Kanons ein. Der Chor schloss mit „We are the world“. Standing Ovations für die scheidende Stiftskapellmeisterin!

Am Ende des Konzertes sollten die Zuhörer neuerlich für die bereits abgeschlossene Kirchenrenovierung spenden. Erst dann durften die Buben für ihre Reise in den Ferien sammeln.


Die Mitwirkenden:

Leitung: Andrea Weisgrab

Solistin: Elisabeth Planyavsky-Vsedni
an der Egedacher-Orgel: Peter Planyavsky

Zwettler Sängerknaben:
Maximilian Bauer, Lorenz Bauer, Benjamin Bröderbauer, Pascal Bruckner, Markus Hahn, Jakob Hohl, Jonas Hohl, Julian Koppensteiner, Patrick Neunteufl, der derzeit „Längstgediente“ mit fünf Jahren bei den Sängerknaben, Matthäus Reiner, Fabian Resch, Lorenz Schlosser, Leo Steinkellner, Daniel Tüchler, Maximilian Wagner, Moritz Wagner

Schola Zwettlensis:
Harald Adolf, Joachim Adolf, Werner Binder, Philip Blauensteiner, Andreas Gaishofer, Gerold Huber, Lukas Koppensteiner, Andreas Kugler, Martin Kugler, Walter Oelzelt, Bernhard Schabauer, Werner Schwarzmann, Ewald Schwarzinger, Felix Wagner, Conny Lipp, Isolde Spannagl, Irene Wagner

Musikalische Begleitung:
Streicher: Katalin Mezö, Susanne Rösslhuber, Gottfried Plank
Bläser: Josef Paukner, Alexander Kastner, Maria Kormesser
Schlagwerk: Manfred Ziegler
Orgel: Gabi Kramer-Webinger
Plakat: Marianne Lipp & Roland Engelmayr
Film: Rudolf Weisgrab