Hackl-Gärtnerei auf neuen Füßen: 450.000 Euro Schadenshöhe nach Hagel

Erstellt am 26. Jänner 2022 | 04:32
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Adalbert Hackl zeigt die Schäden an den Gewächshäusern, die durch den Hagel im Juni 2021 entstanden sind.
Foto: Fritz Schiller
Hagel zerstörte Gewächshäuser und deren Ausstattung in Allentsteig. Trotzdem macht Hackl weiter.

Unter den vielen Betroffenen, bei denen der Hagel im Juni 2021 große Schäden angerichtet hat, ist Adalbert Hackl, der Besitzer der Gärtnerei „Blumen-Freund Hackl“. Das Schadensausmaß in seinem Betrieb ist mit rund 450.000 Euro enorm. Wie er seinen Betrieb neu aufstellt und mit welchen Aussichten er in die Zukunft startet, darüber sprach Adalbert Hackl mit NÖN-Redakteurin Karin Pollak.

NÖN: Wie geht es Ihnen sieben Monate nach dem Hagelunwetter? Sind alle Schäden beseitigt?

Adalbert Hackl: Es geht mir soweit gut, mein Betrieb läuft, trotz vieler Gerüchte, dass ich aufhören werde. Ohne Umstrukturierung wäre das aber nicht möglich gewesen. Der Hagel wird uns noch eine längere Zeit beschäftigen.

Was hat der Hagel zerstört?

Hackl: In kürzester Zeit wurde alles zerstört, was von meinen Eltern mühevoll aufgebaut wordenn ist. Die gesamten Glashäuser mit einer Gesamtfläche von rund 1.500 Quadratmetern sind total zerstört, diese werde ich nicht mehr erneuern. Von außen hat man nur die kaputten Glasflächen gesehen. Der Schaden im Inneren war noch viel erschreckender. Der Energieschirm unter der Glasfläche, der die Pflanzen vor Kälte und auch Hitze schützt, ist kaputt, die Tische mit der automatischen Bewässerung sind durch die herabstürzenden Glasteile komplett ruiniert und natürlich auch die Pflanzen. Unsere beiden Folien-Gewächshäuser wurden vom Hagel durchlöchert. Das Grundgerüst kann weiterverwendet werden. Die Folien müssen noch von einer zuständigen Firma erneuert werden. Hier fehlt es derzeit aber an Ressourcen.

Wenn die Glashäuser nicht mehr errichtet werden, wie produzieren Sie weiter?

Hackl: Wenn man plötzlich keine Glashäuser mehr zur Verfügung hat, muss man zeitnahe reagieren. Unsere Produktion verlagern wir jetzt in die Folien-Tunnel. Zusätzliche Unterstützung für die Pflanzenproduktion bekomme ich von Gärtnerkollegen aus der Region.

Welche Maßnahmen müssen Sie durch diese Umstellung noch setzen? Müssen Sie auch Ihren Mitarbeiterstand verringern?

Hackl: Ich habe bereits im Sommer die Wasser- und Stromleitungen für den Betrieb angepasst. Der Winter rückte näher, die Wasserleitungen lagen im Freien. Die Heizung ist jetzt ohne die Glashäuser überdimensioniert. Hier gibt es bereits Pläne, um auf eine alternative Heizungsanlage umzustellen. Punkto Personal wird es keine Änderung geben. Neben einer Mitarbeiterin kommt glücklicherweise eine langjährige Gärtnerin von ihrer Babypause zurück. Leider musste uns eine Floristin verlassen, hier wird noch Personal gesucht. Unterstützend ist auch meine Frau Martina im Betrieb.

Erhielten Sie Schadensersatz?

Hackl: Es gibt eine Hagelversicherung im Privatbereich, in der Gärtnerei, insbesondere bei den Glashäusern, nicht. Das Problem war, dass die Prämien immens hoch waren, da man jede einzelne Position (Glas, Energieschirm, Ebbe-Flut-Tische, Ware) einzeln versichern muss.

Woher nehmen Sie die Kraft, weiter zu machen?

Hackl: Wenn man einen Beruf gerne macht, dann kann man auch nach einem großen Rückschlag positiv in die Zukunft blicken. Ich hatte große Unterstützung von den Feuerwehren, von der Familie und engen Freunden. Familie und Freunde haben mir Kraft gegeben. Ich hoffe weiterhin, dass regional gekauft wird und dass uns unsere Kunden treu bleiben.