Allentsteig

Erstellt am 12. Juni 2018, 16:19

von Brigitte Lassmann-Moser

Mit dem Fahrrad zum Knödelessen fahren. In Allentsteig wurde am Wochenende der neue, 42 km lange Knödel-Land-Radweg offiziell seiner Bestimmung übergeben.

Perfektes Radlerwetter herrschte am Samstag, 9. Juni, als der neue Knödel-Land-Radweg „Heimat der Waldviertler Knödel“ eröffnet wurde. Nach einer Sternfahrt trafen sich die einzelnen Radfahrergruppen sowie die Ehrengäste zum Festakt beim Gasthaus Kratochvil, einem der sechs Knödel-Land-Wirte, in Allentsteig.

Das Fest, das von der Stadtkapelle Allentsteig unter der Leitung von Kapellmeister Franz Herzog musikalisch umrahmt wurde, startete nach der Begrüßung durch den „Hausherrn“, Bürgermeister Jürgen Koppensteiner, mit der Überreichung der Urkunden des Projektwettbewerbs der Dorf- und Stadterneuerung an die Knödel-Land-Wirte, das Restaurant zum Stadttor in Allentsteig, das Gasthaus Wildrast in Göpfritz, den Gasthof Josef Klang in Echsenbach, den Gasthof Mayrhofer in Großkainraths, den Döllerwirt in Großhaselbach sowie das Gasthaus Kaminstube in Schwarzenau und auch an die Knödelmanufaktur Klang in Allentsteig. Diese Wirte-Kooperation hatte beim Projektwettbewerb in der Kategorie Dorf und Stadt mit ihrer „Heimat der Waldviertler Knödel“ den 1. Preis gewonnen.

"Besonderen Projekten eine Bühne bieten"Otmar Kovar

„Mit diesem Bewerb wollen wir besonderen Projekten eine Bühne bieten und sie vor den Vorhang holen, aber auch andere animieren, den Ausgezeichneten nachzueifern“, so Otmar Kovar, Obmann-Stellvertreter der Dorf- und Stadterneuerung, der die Urkunden überreichte.

„Das Knödel.Land hat sich sehr gut entwickelt“, erzählte Wirt Sepp Klang in einer Interviewrunde mit Bürgermeister Koppensteiner. „Der Knödel-Land-Radweg ist einzigartig und profitiert extrem davon, dass er an die Thayatal-Runde ,angehängt‘ wurde. Bei uns gibt es seither sehr viel mehr Radfahrer“, so Klang.

Die Wirtekooperation ist flächendeckend entlang des 42 Kilometer langen Radweges, der in verschiedenen Routen befahren werden kann, vertreten – das zeichnet diesen Radweg aus. Die Idee dazu ergab sich durch die in Allentsteig beheimatete Knödelmanufaktur der Familie Klang, in der pro Woche 15.000 bis 20.000 Knödel produziert werden – und das per Hand. „2017 wurden von unseren 13 Mitarbeitern 220 Tonnen Kartoffeln mit der Hand geschält“, gab Rainer Klang einen kleinen Einblick in seine Manufaktur. 45 Betriebe lassen sich zertifizieren

Wirte-Sprecher Werner Zlabinger rührte bereits die Werbetrommel für das Knödel-Land-Fest im September und kündigte an, dass der Knödelkalender perfektioniert werden soll. „Grundgedanke ist, dass es immer an mindestens zwei Standorten Knödel geben wird.“

„Das Radfahren hat im Waldviertel großes Potential!“Andreas Schwarzinger

Die Skepsis sei am Anfang groß gewesen, berichtete ASTEG-Obmann Bürgermeister Karl Elsigan. Aber nach dem Riesenerfolg des ersten Wirtefestes – 8.000 Knödel wurden an einem Wochenende an den Mann gebracht –, „haben die Wirte die Idee, Bewegung mit Kulinarik zu verbinden, zu ihrer gemacht“, so Elsigan. Beim Knödel-Land-Radweg wurde eng mit der benachbarten Kleinregion Zukunftsraum Thayatal zusammengearbeitet, u.a. gibt es einen gemeinsamen, gut gelungenen Folder, wie Thayatal-Obmann Bürgermeister Reinhard Deimel betonte.

Tourismus-Chef Andreas Schwarzinger wies darauf hin, dass sich 45 Betriebe entlang des Thayatal- und Knödel-Land-Radweges derzeit freiwillig zu „Bett & Bike“ bzw. radfreundliche Betriebe zertifizieren lassen. „Das Radfahren hat im Waldviertel großes Potential!“, so Schwarzinger. Diese Kooperation der Gastwirte sei großartig, betonte Festredner Landtagspräsident Karl Wilfing. „Der Teamgedanke, der in der Region ASTEG herrscht, hat auch die Wirte erfasst, das ist etwas Außergewöhnliches!“ Der Knödel-Land-Radweg habe einen Mehrwert für die Wirte und für die Region, erklärte Wilfing.

Die beiden stärksten teilnehmenden Gruppen an der Sternradfahrt, der ÖKB-Stadtverband Allentsteig und die Gruppe Schwarzenau, wurden mit einem Fass Bier belohnt.