Auch im Bezirk Zwettl wird der Toten gedacht. Der Stellenwert der Totengedenktage ist immer noch groß, Covid verändert die Rahmenbedingungen aber.

Von Angelika Koll. Erstellt am 28. Oktober 2020 (04:53)
Zu Allerheiligen und Allerseelen wird der Verstorbenen gedacht. Der Besuch am Friedhof gehört dazu.
Gleiss

Allerseelen steht vor der Tür. Die Feierlichkeiten dazu sehen in Zeiten von Corona aber anders aus, als bisher. Bei Bestattungen müssen seither ebenfalls Abstriche gemacht werden. Die NÖN hat nachgefragt, wie das Totengedenken derzeit abläuft.

Tendenz zur Kremierung durch Corona noch verstärkt

Weniger Gesang hört man etwa derzeit bei Bestattungsfeiern. „Der Trend ist, dass es meist nur einen Sänger gibt“, erzählt Regina Wittmann vom tischlereieigenen Bestattungsunternehmen in Zwettl. Einerseits würden so weniger Aerosole in der Luft schwirren, andererseits ist natürlich auch das Singen mit Maske eher umständlich.

Dennoch könnten aber sehr würdige und stimmungsvolle Feiern für die Angehörigen abgehalten werden. „Wir richten uns nach den Vorschriften“, betont Michael Wittmann, denn natürlich kommen Bedenken rund um Corona zur Last der Angehörigen hinzu.

Generell wird nun im kleineren Kreise gefeiert. Gebetsstunden im Vorfeld des Begräbnisses werden weniger abgehalten. „In den kleinen Ortskapellen geht das fast nicht mehr“, erwähnt Wittmann. Immerhin könnte aufgrund der Coronamaßnahmen dort kaum jemand an den Betstunden teilnehmen. Wittmann bemerkt außerdem, dass immer mehr Urnenbestattungen abgehalten werden.

Diesen Trend kann auch Walter Irschik von der Bestattung Allentsteig bestätigen. Die Tendenz zur Kremierung scheint zwar durch Corona verstärkt, hat sich aber auch davor bereits bemerkbar gemacht. Irschik bemerkt zudem, dass zu Begräbnissen trotz aller Sicherheitsmaßnahmen derzeit weniger Leuten erscheinen: „Viele trauen sich nicht hin.“

Für die Angehörigen handelt es sich nun um eine besonders schwierige Situation, da Bestattungen nicht so ablaufen können wie man es gewohnt ist und es sich womöglich wünscht. „Den Umtrunk im Gasthaus gibt es etwa nicht“, berichtet Irschik. Auch hier aufgrund der Personenbeschränkung. Immerhin ist die Situation nun besser als während des Lockdowns. Irschik bemühe sich nun, die Begräbnisse extra feierlich zu gestalten. „Ich wünsche den Angehörigen, dass sie trotz der derzeitigen Situation in Würde Abschied nehmen können“, meint er.

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