Alles nur dreiste Tricks

Erstellt am 28. März 2012 | 00:00
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WARNUNG / Auch im Bezirk Zwettl gibt es immer wieder Geschädigte, die Opfer von falschen Gewinnspiel-Zusagen werden.

BEZIRK ZWETTL / Obwohl die Konsumentenschützer nicht müde werden, davor zu warnen, fallen immer wieder Leute auf dubiose Gewinnspiel-Zusagen herein – leider auch im Bezirk Zwettl.

„So einen Unsinn kann man eigentlich nicht machen, ohne sich schämen zu müssen“, berichtet uns ein Betroffener aus dem Raum Groß Gerungs, der zum Opfer eines dreisten Gewinn-Schmähs wurde: Telefonisch hatte er die Benachrichtung von einem Gewinn über 149.000 erhalten. Nachdem er mit einem „Notar“ in Hamburg Kontakt aufgenommen hatte, kaufte er in der Trafik – wie beauftragt – 10 Pay-Safe-Karten, das Stück um 100 , und gab, obwohl ihn der Trafikant noch vor einem möglichen Missbrauch warnte, dem „Notar“ arglos die Pin-Codes zur „Überprüfung“ durch. Danach hört er nichts mehr von diesem Herrn, die Telefonnummer war bei -zig Anrufen immer besetzt… „Ein Vollidiot, der auf diesen Trick hereingefallen ist“, meint der Geschädigte, der nun andere warnen will.

Das tut auch die Arbeiterkammer: „Leider fallen immer wieder Leute darauf rein, obwohl wir ständig darauf hinweisen, solche Benachrichtungen gleich wegzuschmeißen“, berichtet Jürgen Binder, Bezirksstellenleiter der AK Zwettl. Manche informieren sich zum Glück bereits im Vorfeld bei der Kammer, „manche sind aber leider zu blauäugig und kommen erst, wenn es zu spät ist“, so Binder.

Er verweist in diesem Zusammenhang auf die Homepage der AKNÖ (noe.arbeiterkammer.at), auf der es einen Punkt „Hände weg“ gibt, unter dem alle dubiosen Gewinnspiel- bzw. Werbefahrten-Firmen angeführt sind und auch laufend aktualisiert werden.

„In vielen Fällen können wir noch von der Möglichkeit des Rücktritts Gebrauch machen – dieser wird meistens auch akzeptiert –, in manchen Fällen, wenn sie schwer sittenwidrig sind, wird auch geklagt“, erzählt Binder. Aber oft ist es einfach zu spät. Jürgen Binder verweist darauf, dass es auch seriöse Gewinnspiele gibt, „aber wenn ich nirgends mitgespielt habe, kann ich auch nicht gewinnen!“

In dieselbe Kerbe schläft Martin Hobiger vom Bezirkspolizeikommando: „Keiner hat etwas zu verschenken!“ Er weiß von einem Fall zu berichten, bei dem sogar ein Trafikant im Bezirk Zwettl auf den Cash Card-Trick hereingefallen ist. „Wenn man per Telefon oder SMS kontaktiert ist, sollte man sofort die Polizei informieren, wenn einem etwas dubios vorkommt“, rät Hobiger.

„Es ist fast unmöglich, die Verantwortlichen zu belangen“, da die Hintermänner völlig anonym bleiben, warnt auch AKNÖ-Konsumentenberater Manfred Neubauer. „Hände weg von solchen Gewinnversprechen!“