Arbeitslosigkeit über dem Vorjahresniveau

Erstellt am 12. November 2013 | 23:59
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Lage angespannt / Um über 26 % ist Zahl der Arbeitslosen gegenüber 2012 hinaufgeschnellt, vor allem Altersarbeitslosigkeit steigt.

Weiterhin angespannt bleibt die Lage am niederösterreichischen Arbeitsmarkt. Der Vergleich mit dem Vorjahr zeigt praktisch in allen Bezirken einen deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit. Dieser negative Trend wird auch im Bezirk Zwettl sichtbar.

Ende Oktober waren beim Arbeitsmarktservice (AMS) Zwettl 720 Personen, davon 333 Frauen (Vorjahr: 280) und 387 Männer (Vorjahr: 290), arbeitslos gemeldet. Das sind gegenüber dem Vormonat um 18 Betroffene (plus 2,5 %) mehr und gegenüber dem Vorjahr hat sich die Anzahl der Betroffenen um 150 Personen (plus 26,3 %) erhöht. Darüber hinaus nutzten Ende Oktober 271 Personen, davon 171 Frauen und 100 Männer, die vielfältigen AMS-Schulungsprogramme. Sie erweitern dabei ihre beruflichen Perspektiven und verbessern so ihre Arbeitsmarktchancen.

Anstieg in allen Alterskategorien

Im vergangenen Monat sind insgesamt 290 Personen arbeitslos geworden, das sind um 61 oder 26,6 % mehr als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Gleichzeitig konnte in 318 Fällen die Vormerkung beim AMS wiederum beendet werden. Davon haben 111 Personen wieder eine Beschäftigung aufgenommen, ebenfalls 111 sind in eine Schulung eingetreten.

„Grundsätzlich registrieren wir leider im Moment in allen Alterskategorien einen Anstieg der Arbeitslosigkeit, am stärksten sind dabei über 50-Jährige betroffen. Bereits fast jeder Dritte ist älter als 50“, stellt der Zwettler AMS-Geschäftsstellenleiter Kurt Steinbauer ernüchternd fest. Konkret zählen derzeit 219 Vorgemerkte zur 50-plus-Generation, das sind um 74 Betroffene oder 51 % mehr als noch im Jahr zuvor.

Vielfältige Ursachen

Die Ursachen für die steigende Altersarbeitslosigkeit sind mehrschichtig. Zum einen sinkt die Arbeitskräftenachfrage aufgrund des gedämpften Wirtschaftswachstums, und zusätzlich verschärfen strengere Pensionszugangsregeln die Situation. Leider mangelt es zum Teil auch an passenden Arbeitsplätzen.

„Manchmal sind es aber einfach nur Vorurteile, dass Ältere vielleicht nichts mehr leisten könnten. Dem ist jedoch vehement zu widersprechen. Die Generation 50-plus zeichnet sich durch profunde Berufs- und Lebenserfahrung aus und bringt in den Unternehmen wertvolle Ressourcen und Kenntnisse ein, die innerbetrieblich an die jüngere Generation weitergegeben werden können“, betont Steinbauer.

Für die Einstellung und Beschäftigung von Älteren hält das AMS diverse Unterstützungsangebote, wie beispielsweise die Aktion „Come Back Plus – Reife Leistung“ oder die Initiative 50 bereit. Nähere Informationen bei allen AMS-Geschäftsstellen.