Auf- und auch überholt

Erstellt am 17. November 2010 | 00:00
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UMFAHRUNG ERÖFFNET / Auf neuem, 5 km langem und 20,8 Millionenteurem Straßenstück wird jetzt Großhaslau umfahren.

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Umfahrung Großhaslau eröffnet: Bezirkshauptmann Michael Widermann, Bürgermeister Herbert Prinz, Landeshauptmann Erwin Pröll, Landtagsabgeordneter Franz Mold und Straßenbaudirektor Peter Beiglböck durchschneiden das Band, das von Ewald Meidl (l.) und Johann Grünstäudl (r.) von der Straßenmeisterei gehalten wird.BRIGITTE LASSMANN-MOSER
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VON BRIGITTE LASSMANN-MOSER

GROSSHASLAU / Nach mehr als 10-jähriger Planungs- und Vorbereitungszeit konnte die Umfahrung Großhaslau relativ rasch realisiert werden. Am vergangenen Mittwoch, 10. November, wurde das 20,8 Millionen Euro teure Straßenprojekt von Landeshauptmann Erwin Pröll offiziell für den Verkehr freigegeben.

„Das ist ein weiterer Schritt für die bessere Erreichbarkeit des Waldviertels“, betonte NÖ Straßenbaudirektor Peter Beiglböck, der darauf hinwies, dass durch die rund 5 km lange Umfahrung die Ortschaft Großhaslau von mehr als 85 % des Durchzugsverkehrs befreit werden konnte. „Das bedeutet eine wesentliche Verbesserung der Lebensqualität der Bevölkerung und auch eine Erhöhung der Verkehrssicherheit“, so Beiglböck.

Das Waldviertel habe, so Landeshauptmann Erwin Pröll in seiner Festansprache, einen „unglaublichen Nachholbedarf“ in Sachen Verkehrsinfrastruktur gehabt. „Wir haben uns in den letzten Jahren sehr bemüht, aufzuholen und gleichzeitig zu überholen“, so Pröll. Dort, wo die Wirtschaft wachse, werde auch der Verkehr mehr, meinte der Landeshauptmann. „Unsere Aufgabe ist es, diesen Verkehr zu kanalisieren, möglichst friktionsfrei und ohne Gefährdung der Menschen“. Und gut ausgebaute Straßen seien eine wichtige Voraussetzung, um als Wirtschaftsstandort attraktiv zu sein.

In fünf Jahren Freigabe  der Umfahrung Zwettl?

Fünf Jahre nach der Freigabe des Straßenstückes Friedersbach-Rudmanns werde nun die Umfahrung Großhaslau eröffnet, so Bürgermeister Herbert Prinz. „Es wäre uns sehr geholfen, wenn wir den Fünf-Jahres-Rhythmus beibehalten könnten und 2015 die Umfahrung Zwettl freigeben könnten.“ Diesen Wunsch Prinz‘ glaubt Landeshauptmann Pröll erfüllen zu können: „Wenn nichts Ungewöhnliches passiert, können wir in eineinhalb, zwei Jahren mit dem Bau beginnen. Dann schauen wir, ob wir das Projekt nach drei Jahren abschließen können. Dann könnten wir 2015 eröffnen – und der Prinz hätte recht!“, meinte Pröll.

Stadtpfarrer Franz Kaiser nahm schließlich die Segnung des ausgebauten Straßenstückes vor.

Sechs Brücken und  vier Durchlässe

Die Umfahrung beginnt rund 1,6 km vor dem südlichen Ortsbeginn von Großhaslau. Zur Anbindung des Ortes wurde eine Halbanschlussstelle mit Aus- und Einfahrtsrampen Richtung Zwettl errichtet. Mit einem neu errichteten Brückenobjekt wird die ÖBB-Strecke gequert. Nördlich der Teichhäuser mündet die Umfahrung wieder in die bestehende Landesstraße L 68 ein. Gleichzeitig mit dem Straßenausbau wurden auch Grundzusammenlegungsverfahren in Großhaslau und Gerotten durchgeführt, wodurch ungünstige Grundstücksdurchschneidungen verhindert werden konnten.

Die zweispurige Umfahrungsstraße ist rund 5,1 km lang und 8,5 m breit. Es wurden insgesamt sechs Brückenobjekte und vier Durchlässe errichtet. Weiters wurden umfangreiche ökologische Begleitmaßnahmen durchgeführt. Der alte Teil der Landesstraße L 68 wird aufgelassen und rekultiviert.